berühren - erheitern - nachdenklich stimmen - und einiges mehr...
Ich werde immer wieder mal - eine neue Geschichte - hinzufügen,
also schaut gelegentlich wieder vorbei.
Viel Spaß beim verweilen!
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Hinzugefügt am 19.2.2012
Die Wünsche des Bauern
Es war einmal ein armer chinesischer Reisbauer, der trotz all seinem Fleiß in
seinem Leben nicht vorwärts kam.
Eines Abends begegnete ihn der Mondhase, von dem jedes Kind weiß, dass er den
Menschen jeden Wunsch erfüllen kann.
"Ich bin
gekommen", sagte der Mondhase, "um dir zu helfen. Ich werde dich auf
den Wunschberg bringen, wo du dir aussuchen kannst, was immer du willst."
Und ehe er sich versah, fand sich der Reisbauer vor einem prächtigen Tor
wieder.
Über dem Tor stand geschrieben: "Jeder Wunsch wird
Wirklichkeit". Schön, dachte der Bauer und rieb sich die Hände. Mein
armseliges Leben hat nun endlich ein Ende. Erwartungsvoll trat er durch das
Tor.
Ein weißhaariger, alter Mann stand am Tor und begrüßte den Bauern mit den
Worten:
"Was immer du dir wünschst, wird sich erfüllen. Aber zuerst musst
du ja wissen, was man sich überhaupt alles wünschen kann. Daher folge
mir!"
Der alte Mann führte
den Bauern durch mehrere Säle, einer schöner als der andere.
"Hier",
sprach der Weise, "im ersten Saal siehst du das Schwert des Ruhmes.
Wer sich das wünscht, wird ein gewaltiger General. Er eilt von Sieg zu Sieg und
sein Name wird auch noch in den fernsten Zeiten genannt. Willst du das?"
Nicht schlecht, dachte sich der Bauer, Ruhm ist eine schöne Sache und ich
möchte zu gerne die Gesichter der Leute im Dorf sehen, wenn ich General werden
würde. Aber ich will es mir noch einmal überlegen.
Also sagte er: "Gehen wir erst einmal weiter." "Gut, gehen wir weiter!" sagte der Weise lächelnd.
Im zweiten Saal zeigte er dem Bauern das Buch der Weisheit. "Wer sich dieses wünscht, dem werden alle Geheimnisse des Himmels und der Erde offenbart." Der Bauer meinte: "Ich habe mir schon immer gewünscht, viel zu wissen. Das wäre vielleicht das Rechte. Aber ich will es mir noch einmal überlegen."
Im dritten Saal befand
sich ein Kästchen aus purem Gold. "Das ist die Truhe des Reichtums.
Wer sich die wünscht, dem fliegt das Gold zu, ob er nun arbeitet oder
nicht." "Ha!" lachte der Bauer, "Das wird das Richtige
sein. Wer reich ist, der ist der glücklichste Mensch der Welt. Aber Moment!
Glück und Reichtum sind ja zwei verschiedene Dinge. Ich weiß nicht recht. Gehen wir noch weiter."
Und so ging der Bauer
von Saal zu Saal, ohne sich für etwas zu entscheiden.
Als sie den letzten Saal gesehen hatten, sagte der alte Mann zum Bauern:
"Nun wähle. Was immer du dir wünschst, wird erfüllt werden!" "Du
musst mir noch ein wenig Zeit lassen!" sagte der Bauer
"Ich muss mir
die Sache noch etwas überlegen.
In diesem Augenblick aber ging das Tor hinter ihm zu und der Weise war
verschwunden.
Der Bauer fand sich zu Hause wieder.
Der Mondhase saß wieder vor ihm und sprach: "Armer Bauer, wie du, sind die
meisten Menschen.
Sie wissen nicht, was sie sich wünschen sollen. Sie wünschen sich alles und
bekommen nichts.
Der König und seine zwei Söhne
Ein König hatte zwei Söhne.
Als er alt wurde, da wollte er einen der beiden zu seinem Nachfolger bestellen.
Er versammelte die Weisen des Landes und rief seine beiden Söhne herbei.
Er gab jedem der beiden fünf Silberstücke und sagte:
„Ihr sollt für dieses Geld
die Halle in unserem Schloss bis zum Abend füllen. Womit, ist eure Sache."
Die Weisen sagten: "Das ist eine gute Aufgabe."
Der älteste Sohn ging
davon und kam an einem Feld vorbei, wo die Arbeiter dabei waren, das Zuckerrohr
zu ernten und in einer Mühle auszupressen. Das ausgepresste Zuckerrohr lag nutzlos umher.
Er dachte sich: "Das ist
eine gute Gelegenheit, mit diesem nutzlosen Zeug die Halle meines Vaters zu
füllen."
Mit dem Aufseher der Arbeiter wurde er einig, und sie schafften bis zum späten
Nachmittag das ausgedroschene Zuckerrohr in die Halle.
Als sie gefüllt war, ging er zu seinem Vater und sagte:
„Ich habe deine Aufgabe erfüllt. Auf meinen Bruder brauchst du nicht mehr zu
warten. Mach mich zu deinem Nachfolger."
Der Vater antwortet: „Es ist noch nicht Abend. Ich werde warten."
Bald darauf kam auch
der jüngere Sohn.
Er bat darum, das ausgedroschene Zuckerrohr wieder aus der Halle zu entfernen.
Dann stellte er mitten in die Halle eine Kerze und zündete sie an.
Ihr Schein füllte die Halle bis in die letzte Ecke hinein.
Der Vater sagte:
"Du sollst mein Nachfolger sein. Dein Bruder hat fünf Silberstücke
ausgegeben, um die Halle mit nutzlosem Zeug zu füllen. Du hast nicht einmal ein
Silberstück gebraucht und hast sie mit
Licht erfüllt.
Du hast sie mit dem gefüllt, was die Menschen am meisten brauchen."
und noch eine Geschichte
Der Alte Großvater und sein Enkel
Es war einmal ein Großvater, der schon sehr, sehr alt war. Seine Beine gehorchten ihm nicht mehr, die Augen sahen schlecht, die Ohren hörten nicht mehr viel und Zähne hatte er auch keine mehr.
Wenn er aß, floss dem
alten Mann die Suppe aus dem Mund.
Der Sohn und die Schwiegertochter ließen ihn
deshalb nicht mehr am Tisch mitessen, sondern brachten ihm sein Essen hinter
den Ofen,
wo er in seiner Ecke saß.
Eines Tages, als man ihm die Suppe in einer Schale hingetragen hatte, ließ er die Schale fallen und sie zerbrach. Die Schwiegertochter machte dem Greis Vorwürfe, dass er ihnen im Haus alles beschädige und das Geschirr zerschlage, und sagte, dass sie ihm von jetzt an das Essen in einem Holzschüsselchen geben werde. Der Greis seufzte nur und sagte nichts.
Als der Mann und die Frau einige Tage später zu Hause beisammen saßen, sahen sie, dass ihr Söhnchen auf dem Fußboden mit kleinen Brettern spielte und etwas zimmerte.
Der Vater fragte ihn:
"Was soll das denn werden, Mischa?"
Und Mischa
antwortete:
"Das soll ein Holzschüsselchen werden, Väterchen. Daraus werde
ich dir und der Mutter zu essen geben, wenn Ihr alt geworden seid."
Der Mann und die Frau sahen sich an und weinten. Ihnen wurde plötzlich bewusst, wie sehr sie den Greis gekränkt hatten und sie schämten sich. Fortan ließen sie ihn wieder am Tisch sitzen und waren freundlich zu ihm.
Geschichte nach Lew Tolstoi
Hinzugefügt am 5.2.2012
Wie
wertest du dich?
Eine ganz gemeine Katze und eine feine Angorakatze trafen häufig
auf der Straße zusammen.
Die Straßenkatze machte die Beobachtung, dass die Menschen die
Angorakatze sehr liebten, sie wurde gestreichelt und gefüttert,
und jedermann war freundlich zu ihr und lockte sie zu sich her.
Die Straßenkatze dagegen wurde von niemand gestreichelt,
nur Knaben und Hunde machten sich mit ihr zu schaffen
und jagten sie, wo sie sie sahen.
Eines Tages fragte die Straßenkatze die Angorakatze,
was wohl diesen Unterschied zwischen ihnen hervorbringe,
warum sie, die Angorakatze, von jedermann so gut behandelt werde,
während sie, die arme Straßenkatze, eine so schlechte
Behandlung erdulden müsse.
Die Angorakatze erwiderte: „Das kommt daher, weil ich etwas
auf mich halte. Ich weiß, dass ich etwas bin.
Du wirst so schlecht behandelt, weil dir jedermann ansieht,
dass du dich selbst für eine elende, verachtete Straßenkatze hältst“.
Die arme Straßenkatze fühlte sich sehr niedergeschlagen und fragte,
wie sie das ändern könnte.
Die Angorakatze sagte ihr, sie solle sich selbst beständig wiederholen:
„Ich bin eine wunderbare Katze, jedermann liebt mich“.
Die Straßenkatze befolgte diesen Rat, und bald machte sie die
Beobachtung, dass sich die Behandlung, die sie erfuhr,
sehr wesentlich änderte.
Dies machte ihr Mut, immer besser von sich zu denken.
Sie sagte sich immer wieder vor, dass sie " etwas sei ",
und allmählich dachten auch die andern dasselbe von ihr,
obgleich sie keine Angorakatze war.
Sie hatte das Selbstbewusstsein der Angorakatze angenommen.
Das Straßenkatzenbewusstsein war durch dieses breitere,
reichere Bewusstsein ausgeschaltet worden.
Diese Fabel findet Anwendung auf jeden einzelnen von uns.
Das Bild von uns selbst, das wir in unserem Innern tragen,
beeinflusst unsern ganzen Zustand sehr stark, lässt uns wachsen
oder abnehmen, glücklich oder unglücklich werden.
Das, wofür wir selbst uns halten, wird durch die schöpferischen Kräfte
in uns zum Leben erweckt.
Wir werden der Mensch, dessen Bild wir in uns tragen.
Wirf das Straßenkatzenbewusstsein von dir und hebe dich selbst
auf eine höhere Warte empor, indem du besser von dir selbst denkst
und dir das Musterbild deines Selbst, wie du sein möchtest, stets vor Augen
hältst.
Orison Swett
Marden
Hinzugefügt am 29.1.2012
Das Geheimnis der Zufriedenheit
Es kamen einmal ein paar Suchende zu einem alten Meister.
"Herr", fragten sie "was tust du, um glücklich und zufrieden zu sein?
Wir wären auch gerne so glücklich wie du."
Der Alte antwortete mit mildem Lächeln:
"Wenn ich liege, dann liege ich.
Wenn ich aufstehe, dann stehe ich auf.
Wenn ich gehe, dann gehe ich und
wenn ich esse, dann esse ich."
Die Fragenden schauten etwas betreten in die Runde.
Einer platzte heraus:
"Bitte, treibe keinen Spott mit uns. Was du sagst, tun wir auch.
Wir schlafen, essen und gehen. Aber wir sind nicht glücklich.
Was ist also dein Geheimnis?"
Es kam die gleiche Antwort:
"Wenn ich liege, dann liege ich.
Wenn ich aufstehe, dann stehe ich auf.
Wenn ich gehe, dann gehe ist und
wenn ich esse, dann esse ich."
Die Unruhe und den Unmut der Suchenden spürend fügte der Meister
nach einer Weile hinzu:
"Sicher liegt auch Ihr und Ihr geht auch und Ihr esst.
Aber während Ihr liegt, denkt Ihr schon ans Aufstehen.
Während Ihr aufsteht, überlegt Ihr wohin Ihr geht und
während Ihr geht, fragt Ihr Euch, was Ihr essen werdet.
So sind Eure Gedanken ständig woanders und nicht da, wo Ihr gerade seid.
In dem Schnittpunkt zwischen Vergangenheit und Zukunft findet das eigentliche Leben statt.
Lasst Euch auf diesen nicht messbaren Augenblick ganz ein und Ihr habt die Chance, wirklich glücklich und zufrieden zu sein.“
Hinzugefügt am 22.1.2012
Die Geburt des Schmetterlings
Ein Wissenschaftler beobachtete einen Schmetterling und sah, wie sehr sich dieser abmühte, durch das enge Loch aus dem Kokon zu schlüpfen.
Stundenlang kämpfte der Schmetterling, um sich daraus zu befreien.
Da bekam der Wissenschaftler Mitleid mit dem Schmetterling, ging in die Küche, holte ein kleines Messer und weitete vorsichtig das Loch im Kokon damit sich der Schmetterling leichter befreien konnte.
Der Schmetterling entschlüpfte sehr schnell und sehr leicht. Doch was der Mann dann sah, erschreckte ihn doch sehr.
Der Schmetterling der da entschlüpfte, war ein Krüppel.
Die Flügel waren ganz kurz und er konnte nur flattern aber nicht richtig fliegen.
Da ging der Wissenschaftler zu einem Freund, einem Biologen, und fragte diesen:
"Warum sind die Flügel so kurz und warum kann dieser Schmetterling nicht richtig fliegen?"
Der Biologe fragte ihn, was er denn gemacht hätte.
Da erzählte der Wissenschaftler dass er dem Schmetterling geholfen hatte, leichter aus dem Kokon zu schlüpfen.
"Das war das Schlimmste was du tun konntest.
Denn durch die enge Öffnung, ist der Schmetterling gezwungen, sich hindurch zu quetschen.
Erst dadurch werden seine Flügel aus dem Körper herausgequetscht und wenn er dann ganz ausgeschlüpft ist, kann er fliegen.
Weil du ihm geholfen hast und den Schmerz ersparen wolltest, hast du ihm zwar kurzfristig geholfen, aber langfristig zum Krüppel gemacht."
Wir brauchen manchmal den Schmerz um uns entfalten zu können -
um der oder die zu sein, die wir sein können.
Deshalb ist die Not oft notwendig – eine Chance zur Entwicklung
die wir nutzen können.
Hinzugefügt am 15.1.2012
Fang bei dir selber an
Als ich jung und frei war und mein Vorstellungsvermögen
keine Grenzen hatte, träumte ich davon, die Welt zu verändern.
Als ich älter und weiser wurde, entdeckte ich, dass sich die Welt nicht ändern
würde, also schränkte ich meine Sichtweise etwas ein und beschloss, nur mein
Land zu verändern.
Auch dies schien unbezwinglich.
Als ich in meinen Lebensabend eintrat, verlegte ich mich in einem letzten
verzweifelten Versuch darauf, nur meine Familie zu verändern, jene, die mir am
nächsten standen, aber leider ließen sie es nicht zu.
Und jetzt, wo ich auf dem Sterbebett liege, wird mir auf einmal klar:
Wenn ich nur mich selbst zuerst geändert hätte, dann
hätte ich durch mein Beispiel meine Familie verändert.
Aus ihrer Inspiration und Ermutigung heraus wäre ich dann in der Lage gewesen,
mein Land zu bessern, und wer weiß, vielleicht sogar die Welt zu verändern.
Hinzugefügt am 8.1.2012
Arme Leute
Eines Tages nahm ein Mann seinen Sohn mit aufs Land, um ihm
zu zeigen, wie arme
Leute leben.
Vater und Sohn verbrachten einen Tag und eine Nacht auf einer
Farm einer sehr
armen Familie.
Als sie wieder
zurückkehrten, fragte der Vater seinen Sohn:
"Wie war dieser Ausflug?"
"Sehr interessant!" antwortete der Sohn.
"Und hast du gesehen, wie arm Menschen sein können?"
"Oh ja, Vater, das habe ich gesehen."
"Was hast du
also gelernt?" fragte der Vater.
Und der Sohn
antwortete:
"Ich habe gesehen, dass wir einen Hund haben
und die Leute auf der Farm haben vier.
Wir haben einen Swimmingpool, der bis zur Mitte unseres Gartens reicht,
und sie haben einen See, der gar nicht mehr aufhört.
Wir haben prächtige Lampen in unserem Garten,
und sie haben die Sterne.
Unsere Terrasse
reicht bis zum Vorgarten
und sie haben den ganzen Horizont."
Der Vater war sprachlos.
Und der Sohn fügte
noch hinzu:
"Danke Vater, dass du mir gezeigt
hast, wie arm wir sind."
Du sagst du Liebst
Du sagst, du liebst die Sonne -
doch wenn sie scheint,
gehst du ins Haus.
Du sagst, du liebst den Wind -
doch wenn er weht,
schließt du die Fenster.
Du sagst, du liebst den Regen -
doch wenn es regnet,
spannst du den Schirm auf.
Verstehst du jetzt,
warum ich Angst bekomme,
wenn du sagst
"Ich liebe Dich"
(Lakota-Indianer)
Hinzugefügt am 6.1.2012
Drei Gestalten und ein guter Stern
Die vornehmen Leute aus dem Osten hatten den Stall
und die Krippe noch nicht lange verlassen, da trug sich eine seltsame
Geschichte in Betlehem zu.
Als die Reitergruppe der Könige gerade am Horizont verschwand, näherten sich
drei merkwürdige Gestalten dem Stall.
Die erste Gestalt trug ein buntes Flickenkleid und kam
langsam näher.
Zwar war sie wie ein Spaßmacher geschminkt, wirkte aber hinter ihrer lustigen
Maske eigentlich sehr, sehr traurig.
Erst als sie das Kind sah, huschte ein leises Lächeln über ihr Gesicht.
Vorsichtig trat sie an die Krippe heran und strich dem Kind zärtlich über das
Gesicht:
„Ich bin die Lebensfreude“ sagte sie.
„Ich komme zu dir weil die Menschen nichts mehr zu lachen haben.
Sie haben
keine Freude mehr am Leben. Alles ist so bitterernst geworden.“
Dann zog sie ihr Flickengewand aus und deckte das Kind damit zu.
„Es ist kalt in dieser Welt. Vielleicht kann dich der Mantel des Clowns
wärmen und schützen.“
Darauf trat die zweite Gestalt vor.
Wer genau hinsah, bemerkte ihren gehetzten Blick und spürte, wie sehr sie in
Eile war.
Als sie aber vor das Kind in der Krippe trat, schien es, als falle
alle Hast und Hektik von ihr ab.
„Ich bin die Zeit“ sagte sie und
strich dem Kind zärtlich über das Gesicht.
„Eigentlich gibt es mich kaum
noch. Die Zeit, sagt man, vergeht wie im Flug. Darüber haben die Menschen aber
ein großes Geheimnis vergessen. Die Zeit vergeht nicht. Zeit entsteht.
Sie
wächst überall dort, wo man sie teilt."
Dann griff die Gestalt in ihren Mantel und legte ein Stundenglas in die Krippe.
„Man hat wenig Zeit in dieser Welt. Diese Sanduhr schenke ich dir,
weil es
noch nicht zu spät ist.
Sie soll dir ein Zeichen dafür sein,
dass du immer so
viel Zeit hast,
wie du dir nimmst und anderen schenkst.“
Dann kam die dritte Gestalt an die Reihe.
Sie hatte ein geschundenes Gesicht voller dicker Narben, so als ob sie immer
und immer wieder geschlagen worden wäre.
Als sie aber vor das Kind in der
Krippe trat, war es als heilten die Wunden und Verletzungen, die ihr das Leben
zugefügt haben musste. „Ich bin die Liebe“ sagte die Gestalt und
strich dem Kind zärtlich über das Gesicht.
„Es heißt, ich sei viel zu gut für diese Welt.
Deshalb tritt man mich oft mit
Füßen.“
Während die Liebe so sprach, musste sie weinen und drei dicke Tränen tropften
auf das Kind.
“Wer liebt, hat viel zu leiden in dieser Welt.
Nimm meine Tränen.
Sie sind
das Wasser, das den Stein schleift.
Sie sind wie der Regen, der den
verkrusteten Boden wieder fruchtbar macht und selbst die Wüste zum Blühen
bringt.“
Und die Tränen verwandelten sich in drei wunderschöne blühende
rosa Rosen.
Da knieten die Lebensfreude, die Zeit und die Liebe
vor dem Kind des Himmels.
Drei merkwürdige Gäste, die dem Kind ihre Gaben gebracht hatten.
Das Kind aber schaute die drei an, als ob es sie verstanden hätte.
Hinzugefügt am 1.1.2012
Ist mein Name auch dabei?
Abu
Ben Adhem war ein guter Mensch, er half den Armen, wo immer
er konnte, teilte
sein Essen und Obdach mit den Hungrigen und Heimatlosen und war stets damit
beschäftigt, die Tränen der
Trauernden zu trocknen.
Aber einen bestimmten Gott verehrte er nicht.
Ihm waren alle Religionen recht, wenn nur die Menschen, die sie ausübten, gut
und freundlich, reinen Herzens und von gutem
Charakter waren.
Als er eines Abends in sein Haus trat,
bemerkte er einen Lichtschein.
Ein Engel saß an seinem Schreibtisch und schrieb etwas in ein Buch.
Da trat er näher hinzu und fragte höflich:
" Darf ich wissen, was du so gewissenhaft aufschreibst?"
Da antwortete der Engel:
„In diesem Buch trage ich die Namen der Menschen ein, die Gott lieben ... dein
Name ist nicht dabei.“
Am nächsten Abend war wieder der Lichtschein da.
Der gleiche Engel saß da und schrieb etwas in ein Buch.
Abu trat näher hinzu und fragte höflich:
"Darf ich wissen, was du so gewissenhaft aufschreibst?"
Da antwortete der Engel:
"Heute trage ich in dieses Buch alle Menschen ein, die Gott liebt."
Abu zögerte.
Dann fasste er sich ein Herz und fragte:
" Und mein Name, ist er auch hier nicht dabei?"
„Schau her, dein Name steht in der obersten Reihe!"
Hinzugefügt am 28.12.2011
Ist schon wieder Jahresende?
Egal, wie ich es dreh' und wende
es ändert nichts daran
bald schon fängt ein Neues an.
Freud und Leid war dabei
- es ist vorbei -
Was steht vor der Tür?
Was mag es sein, was bringt es mir?
Auch das muss dich nicht belasten
besser ist es, mal zu rasten,
ein bisschen zu verweilen,
anstatt ständig nur zu eilen.
Ein bisschen innehalten, hier und jetzt
so dass für dieses Jahr zu guter letzt
ein bisschen Ruhe einkehrt und Besinnen
dann kann ein Neues bald beginnen.
Ich wünsche dir einen guten Rutsch zu gegebener Stunde
und einen frohen Start zur neuen Runde
Glück, Gesundheit, Wohlergehen
und dass die Menschen sich verstehen.
Autorin: Rita Lechenmayr
Hinzugefügt am 26.12.2011
Der
Zauberspiegel
Eine alte
Sage erzählt von einem Zauberspiegel, der die Bilder der Menschen
wiedergab, so wie sie wirklich waren.
Nicht wie sie selbst, ihre Freunde oder Feinde sie sich
dachten.
Von allen Enden der Welt pilgerten die Menschen zu diesem Zauberspiegel.
Nun kam auch
einmal ein Pilger von außerordentlicher Bescheidenheit, stets geneigt, sich
selbst zu unterschätzen. Er war sehr erstaunt,in diesem Spiegel eine Seite von
sich zu erkennen, von der er bis jetzt nichts geahnt hatte.
Hier in dem Zauberspiegel sah er deutlich innerhalb der Umrisse seiner eigenen
Gestalt, die eines anderen Wesens. Es war so stark, voll Selbstvertrauen, ein
strahlendes Bild der Männlichkeit, ohne irgendeinen der Fehler und
Minderwertigkeiten, die er sich immer selbst zugeschrieben hatte.
Je länger er
dieses Bild betrachtete, um so deutlicher trat es hervor,
bis ihm
endlich klar wurde, dass dies sein anderes, sein höheres Selbst sein müsse.
Das Bild in
dem Zauberspiegel machte einen so großen Eindruck auf den Pilger, dass
er von nun an unablässig bemüht war, sich nach ihm zu richten und zu
verändern.
Und mit der Zeit wurde das Bild des vollkommenen Menschen, das ihm beständig
vor Augen stand, zur Wirklichkeit und trat an die Stelle des schüchternen,
zurück haltenden sich selbst unterschätzenden Menschen, der er
seither gewesen war.
Nur
wenige Jahre später war mit seiner ganzen Erscheinung,
seinem geistigen Zustand, seinem ganzen Wesen eine vollständige Veränderung
vorgegangen. Er war wirklich der größere Mensch geworden, den ihm der Zauberspiegel entschleiert
hatte, und nicht nur das, er war auch in seinem Beruf weitergekommen, hatte
größeren Erfolg gehabt, als er sich je hätte träumen lassen.
Er sagte, er fange jetzt erst an, die Möglichkeiten, die in ihm lägen, zu
verwirklichen.
Es ist ganz außerordentlich schwierig, den Menschen, Glauben an ihre eigene
Größe,Vertrauen in
die - in ihnen ruhenden Fähigkeiten, nahe zu bringen.
Er soll sich
seines Geburtsrechtes göttlicher Kraft bedienen und zur Höhe seiner Möglichkeiten
aufsteigen.
So wie wir
uns sehen, so werden wir auch sein.
Orsison Swett
Marden
Hinzugefügt am 24.12.2011
Bedienungslose Liebe
Ich liebe
Dich wie Du bist,
während Du auf der Suche bist, nach Deiner eigenen Besonderen
Art, mit der Welt um Dich herum in Beziehung zu treten.
Ich ehre
Deine Entscheidungen,
auf welche Weise Du Deine Lektionen lernen möchtest.
Ich weiß, dass
es wichtig ist,
dass Du genau der Mensch bist, der Du sein möchtest und nicht
der,
den ich, oder andere erwarten.
Es ist mir klar, dass ich nicht weiß
was für Dich das Beste ist,
obwohl ich es
manchmal meine es zu wissen.
Ich war nicht dort, wo Du warst,
und ich habe das
Leben nicht
aus Deinem Blickwinkel gesehen.
Ich weiß nicht welche Lernaufgaben
Du dir ausgesucht hast, noch wie oder mit wem Du sie lösen möchtest, noch
welche Zeitspanne Du Dir dafür vorgenommen hast.
Ich habe nicht aus Deinen
Augen gesehen,
wie könnte ich wissen was Du benötigst.
Ich lasse Dich durch die Welt gehen,
ohne Deine Handlungen in Gedanken oder in
Worten zu beurteilen.
Die Dinge, die Du sagst oder tust,
betrachte ich nicht
als Irrtum oder Fehler. Von meinem Standpunkt aus sehe ich, dass es vielerlei
Möglichkeiten gibt die verschiedenen Seiten unserer Welt zu betrachten und zu
erfahren.
Ich akzeptiere rückhaltlos
jede Deiner Entscheidungen in jedem beliebigen
Augenblick. Ich fälle kein Urteil, denn wenn ich Dir Dein Recht auf Deine
Entwicklung abspräche, somit würde ich damit dasselbe auch mir und allen
anderen absprechen.
Jenen die einen anderen Weg wählen als ich,
auf den ich vielleicht nicht meinen
Kraft und Energie lenken würde,
werde ich doch niemals die Liebe verweigern, die
GOTT in mich gesenkt hat, damit ich sie der ganzen Schöpfung schenke. So wie
ich Dich liebe, so werde auch ich geliebt. Was ich sähe, das werde ich ernten.
Ich gestehe Dir das Universale Recht
auf freie Entscheidung zu, Deinem eigenem
Pfad zu folgen und voranzuschreiten oder eine Weile auszuruhen, je nachdem was
für
Dich gerade das Wichtige ist.
Ich werde
mir kein Urteil erlauben,
ob diese Schritte groß oder klein sind, leicht oder
schwer, aufwärts oder abwärts führen, denn das wäre nur meine eigene
Sichtweise. Es könnte sein, das ich Dich tatenlos sehe und dies für wertlos
halte und doch könnte es sein, dass Du großen Balsam in die Welt bringst, wie
Du so da stehst, gesegnet vom Licht Gottes.
Nicht immer kann ich das größere Bild
der Göttlichen
Ordnung sehen. Denn es ist
das unveräusserbare Recht aller Lebensströme ihre eigene Entwicklung selbst zu
wählen und ich anerkenne voll Liebe Dein Recht, Deine Zukunft selbst zu bestimmen.
In Demut beuge ich mich vor Dir, vor der Erkenntnis, dass das was ich für
mich als das Beste empfinde, nicht bedeutet, dass es auch für Dich das Richtige
sein muss.
Ich weiß, dass Du genauso geleitet wirst wie ich und dem inneren
Drang folgst, der Dich Deinen Weg folgen lässt.
Ich will
dich nicht nur dann lieben,
wenn Du dich so verhältst wie es meiner Vorstellung
entspricht, und wenn Du an die gleichen Dinge glaubst wie ich.
Die Liebe, die
ich fühle
gilt der ganzen Welt Gottes. Ich weiß, dass jedes lebende Ding
ein Teil Gottes ist und tief in meinem Herzen hege ich Liebe für jeden
Menschen, jedes Tier, jeden Baum, jede Blume, jeden Ozean und Mutter Erde.
Ich verbringe mein Leben im liebenden Dienst und ich bin dabei das Beste „Ich“, das Ich sein kann und ich verstehe die göttliche Wahrheit immer ein bisschen mehr und werde immer glücklicher in der "BEDINGUNGSLOSEN LIEBE"
Bedingungslose Liebe kann alles heilen, alles ändern - uns selbst und Alles um uns herum
Und jetzt noch eine kleine Geschichte
Der Weihnachtstraum
24. Dezember. Heute war Heilig Abend. Und wie jedes Jahr keine einzige
Schneeflocke zu sehen“, dachte er. „Gott sei dank! Es war auch so kalt genug.“
Er wickelte seinen Mantel fester um sich. Natürlich könnte er auch in die
Missionsstation gehen, aber ihm war heute nicht nach Gesellschaft.
Früher, als die Welt für ihn noch in Ordnung war, hatte er schöne Weihnachten
erlebt, mit seiner Frau und seinen Kindern. Weihnachten war immer die Zeit, in
der ihm seine Familie am meisten fehlte. Zehn Jahre war es jetzt her.
Sylvesterparty bei Freunden - sogar die Kinder waren eingeladen. Eigentlich
hatte er gar nicht viel getrunken, ein paar Gläschen Sekt nur. Aber es schneite
und die Straßen waren glatt, das Auto geriet ins Schleudern, sie kamen von der
Fahrbahn ab und knallten gegen einen Baum. Elisabeth, Tobias und Mariechen
waren tot, nur er - er hatte überlebt.
Ihn fröstelte wieder. „Manchmal lassen einen die schwarzen Sheriffs in der
U-Bahn-Station übernachten.“ Aber irgendwie konnte er sich nicht aufraffen. So
blieb er sitzen. „War da nicht eine Schneeflocke?“ Es wurde schon dunkel,
wahrscheinlich hatte er sich geirrt. Nun es kam wie es kommen musste, er fing
nach dieser Geschichte an zu trinken. Sollte ihn der Alkohol doch auch noch
haben, schließlich hatte er ihm auch seine Familie genommen. Er verlor seinen
Job, seine Wohnung, seine Freunde. Ihm war alles egal und wenn er genug trank,
konnte er sogar manchmal seine Schuld vergessen. Nur heute, klappte es
irgendwie nicht.
„Da! Da glitzert schon wieder etwas!“ Er sah auf. Tatsächlich es fing an zu
schneien. Immer dicker und immer dichter fielen die Schneeflocken. Es war
irgendwie beruhigend ihnen zuzusehen.
"Hallo! Was machst Du da?"
Er blinzelte. Er hatte den Kleinen gar nicht kommen sehen. Wahrscheinlich war
er kurz eingenickt. Vor ihm stand ein etwa 6-jähriger blondgelockter Junge, mit
einer dicken Pudelmütze.
"Hallo! Und was machst Du hier?", fragte er zurück. "Es ist
schon spät, solltest Du nicht zu Hause sein und auf das Christkind
warten?"
"Nein, das kommt später. Ich war mit meinen Eltern in der Kirche, sie
unterhalten sich da drüben mit Freunden. Und warum bist Du nicht zu
Hause?"
Er blickte in das Gesicht des Kindes. Sein Hals wurde ganz trocken und er musste
kräftig schlucken: "Ich habe kein zu Hause."
"Oh! Aber wo willst Du dann schlafen?"
"Nun, ich habe einen warmen Mantel an und wenn es ganz kalt wird, dann
gehe ich in die Mission, dort kann ich übernachten."
"Hast Du dort Familie oder Freunde?"
"Nein, ich habe keine Familie oder Freunde."
Ein Schatten lief über das Gesicht des Kindes. "Oh! Aber heute ist doch
Weihnachten. Und Weihnachten feiert man doch mit der Familie und
Freunden." Angestrengt dachte der Kleine nach: "Wenn Du niemanden
hast, dann kann ja ich Dein Freund sein."
Er musste lächeln. Da stand dieses Kind und bot ihm seine Freundschaft an,
obwohl es ihn gar nicht kannte. "Das ist sehr nett von Dir, danke."
"Wie heißt Du?"
"Josef. Und Du?"
"Ich bin der Martin. Vom Josef hat der Pfarrer auch gerade erzählt. Als
der am heiligen Abend mit der Maria unterwegs war, da hatten sie auch keinen
Platz zum Schlafen."
"Martin ! Komm! Wir gehen!" Die Eltern sahen ängstlich herüber.
Was wollte dieser Penner von ihrem Sohn?
"Warte mal, ich komm’ gleich wieder.", sagte der Junge und lief zu
ihnen.
"Mama? Du, der Mann hat niemanden mit dem er Weihnachten feiern kann. Und
ich bin jetzt sein Freund und er heißt Josef, so wie der Mann in der Bibel und
er ist doch ganz alleine und es ist kalt. Kann er denn nicht mit uns
Weihnachten feiern? Ich will auch auf meine ganzen anderen Weihnachtsgeschenke
verzichten."
Die Eltern sahen sich entsetzt an.
"Martin, mein Schatz. Wir können doch nicht einfach einen wildfremden Mann
in unsere Wohnung mitnehmen. Er könnte ja auch ein böser Mann sein.",
meinte die Mutter.
"Nein! Er ist doch mein Freund!"
"Martin, das geht wirklich nicht.", der Vater versuchte seinen Sohn
an die Hand zu nehmen und ihn mitzuziehen.
Aber der Kleine riss sich los und stampfte mit dem Fuß auf. Tränen liefen über
sein Gesicht.
"Ihr seid genauso, wie die Leute in der Bibelgeschichte, die wollten Josef
und Maria auch nicht in ihr Haus lassen."
Der Mann hatte die ganze Szene beobachtet und bis jetzt kein Wort gesagt. Nun
stand er auf und ging hinüber, er beugte sich zu dem Kind hinunter und sagte:
"Martin, Deine Eltern haben recht, man kann nicht jeden wildfremden
Menschen mit in seine Wohnung nehmen. Aber ich danke Dir, dass Du Dir gewünscht
hast, mich zu Eurem Weihnachtsfest einzuladen. Das war das schönste Geschenk,
das ich seit langem bekommen habe."
Die Eltern blickten sich hilflos an, da kam dem Vater eine Idee.
"Gleich hier um die Ecke ist ein Hotel, die haben auch über Weihnachten
geöffnet. Ich finde wenn es Martins Weihnachtswunsch ist, mit seinem neuen
Freund Weihnachten zu feiern, dann sollten wir eine Möglichkeit finden, ihm
diesen Wunsch zu erfüllen." Er wandte sich dem Mann zu: "Darf ich Sie
also einladen unser Gast zu sein. Wir werden zusammen im Gasthof essen und für
diese Nacht, werden Sie in einem warmen Zimmer und einem weichen Bett
schlafen."
Der Mann wollte schon den Kopf schütteln und dankend ablehnen, als ihn der
Kleine mit leuchtenden Augen an die Hand nahm und so lächelte er ihm zu und
sagte: "Nun, wenn das Martins Weihnachtswunsch ist, dann kann ich das
nicht abschlagen. Herzlichen Dank für die Einladung."
Autor: Eva-Maria Herrmann
Hinzugefügt am 18.12.2011
Tage, süß wie Marmelade
Seit
der Adventskalender an der Wand hängt und jeden Tag ein Türchen geöffnet werden
darf, hält es die kleine Maren fast nicht mehr aus.
Jeden Tag fragt sie einmal,
zweimal und mehr:
„Wann ist endlich Weihnachten?“
„Noch vierundzwanzig Tage!“ hat Papa zuerst gesagt.
Aber Maren weiß doch nicht, wie lange vierundzwanzig Tage sind.
Da hat Papa ihre beiden Hände genommen und jeden Finger einmal ganz leicht hochgeschnipst.
„Das sind zehn Tage“ hat er gesagt.
Maren kann noch nicht so weit zählen wie Papa.
„Und meine Hände auch noch dazu!“ hat Papa gesagt und seine beiden Hände
hochgehoben. „Das sind zwanzig Tage!“
Und dann musste Mama noch kommen und vier Finger von ihrer Hand auch noch
dazuhalten.
„Das sind vierundzwanzig Tage!“ hat Papa gesagt. „So lange dauert es noch!“
Maren
hat Mamas und Papas Finger gesehen und dann noch ihre eigenen Finger. Es waren
so viele. Viel zu viele!
Du hast sie
ganz tief geseufzt und gewusst, dass es noch sehr, sehr lange dauern wird.
Aber nach ein paar Tagen brauchte Mama ihre Finger gar nicht mehr dazuhalten.
Und dann brauchte Papa auch nur noch eine Hand.
Aber es war immer noch lange, sehr lange bis Weihnachten.
Als dann Papa seine Hände nur noch brauchte, um an Marens Finger die Tage
abzuzählen, da waren sie schon recht nah an Weihnachten dran.
Doch Maren dauerte es noch viel zu lange.
„Die letzten Tage dauern am längsten!“ sagte Papa und nahm Maren auf den Schoß.
„Das ist nun leider einmal so!“Er zählte noch einmal die Tage an Marens Fingern
ab, aber es wurden nicht weniger.
„Du musst jeden Tag auskosten!“
meinte Mama.
„Dann ist jeder Tag ganz
besonders schön!“
„Wie macht man das? Auskosten?“ fragte Maren.
„Ganz einfach!“ lachte Mama.
„Man muss
sich ganz toll über jeden Tag freuen, und dann schmeckt der Tag so gut wie
Erdbeereis!“ „ Oder Himbeermarmelade!“ sagte Maren. „Genau so ist es!“ sagte
Mama und holte das Glas mit der Himbeermarmelade, die Maren so gern aß.
Und
Maren durfte einen Finger nach dem anderen in die Marmelade stecken und
ablecken.
Zehn Tage waren es noch bis Weihnachten, und zehnmal durfte Maren
Himbeermarmelade kosten.
„Schade!“ sagte Papa. „Morgen sind es nur noch neun Tage! Ein Finger weniger!“
„Morgen ist Erdbeermarmeladetag!“ lachte Mama.
„Und dann?“ fragte Maren. „Vielleicht Honig oder Heidelbeermarmeladetag!“ „Und
ich darf morgen wieder mit allen Fingern kosten?“ fragte Maren und begann sich
schon ein bisschen auf morgen zu freuen.
„Nur noch mit neun Fingern!“ sagte Mama. „Jeden Tag ein Finger weniger!“
„Und wenn alle Finger weg sind?“ fragte Maren.„Dann nehmen wir einen Löffel!“
Doch da schüttelte Mama lachend den Kopf.
„Dann ist endlich Weihnachten!“ sagt
sie. Und Papa nickte.
Hinzugefügt am 11.12.11.
Advent
Auf dem Adventskranz brannten vier Kerzen.
Es war still, so still, dass man
hörte wie die Kerzen zu reden begannen.
Die erste Kerze seufzte und sagte:
"Ich heiße FRIEDEN. Mein Licht leuchtet, aber
die Menschen halten keinen Frieden, sie wollen mich nicht".
Ihr Licht wurde
immer kleiner und erlosch schließlich ganz.
Die zweite Kerze flackerte und sagte:
"Ich heiße GLAUBEN, aber ich bin
überflüssig. Die Menschen wollen von Gott nichts wissen. Es hat keinen Sinn
mehr, dass ich brenne".
Ein Luftzug wehte durch den Raum und die Kerze ging aus.
Leise und traurig meldet sich nun die dritte Kerze zu Wort:
"Ich heiße LIEBE.
Ich habe keine Kraft mehr zu brennen. Die Menschen stellen mich an die Seite.
Sie sehen nur sich selbst und nicht die anderen, die sie lieb haben sollen".
Und
mit einem letzten Aufflackern war auch dieses Licht ausgelöscht.
Da kam ein Kind in den Raum. Es schaute die Kerzen an und sagte:
"Aber, aber ihr
sollt doch brennen und nicht aus sein"!
Und es fing an zu weinen.
Da meldete
sich die vierte Kerze zu Wort und sagte:
"Hab keine Angst! Solange ich brenne, können wir auch die anderen
Kerzen wieder anzünden. Ich heiße HOFFNUNG".
Mit einem Streichholz nahm das Kind
Licht von dieser Kerze und zündete die anderen wieder an.
Hinzugefügt am 4.12.11
Die Traurigkeit
Es war eine kleine Frau, die den staubigen Feldweg entlang kam.
Sie war wohl schon recht alt, doch ihr Gang war leicht, und ihr Lächeln hatte den frischen Glanz eines unbekümmerten Mädchens.
Bei einer zusammen gekauerten Gestalt am Wegrand blieb sie stehen und sah hinunter. Sie konnte nicht viel erkennen.
Das Wesen, das da im Staub des Weges saß, schien fast körperlos.
Es erinnerte an eine graue Flanelldecke mit menschlichen Konturen.
Die kleine Frau bückte sich ein wenig und fragte:
"Wer bist du?"
Zwei fast leblose Augen blickten müde auf.
"Ich? Ich bin die Traurigkeit",
flüsterte die Stimme stockend und so leise, dass sie kaum zu hören war.
"Ach die Traurigkeit!"
rief die kleine Frau erfreut aus, als würde
sie eine alte Bekannte begrüßen.
"Du kennst mich?" fragte die Traurigkeit misstrauisch.
"Natürlich kenne ich dich! Immer wieder einmal hast du mich ein Stück
des Weges begleitet."
"Ja aber...", argwöhnte die Traurigkeit, "warum flüchtest du
dich dann nicht vor mir? Hast du denn keine Angst?"
"Warum sollte ich vor dir Angst haben, meine Liebe? Du weißt doch selbst nur zu gut, dass du jeden Flüchtigen einholst.
Aber, was ich dich fragen will: Warum siehst du so mutlos aus?"
"Ich.....ich bin traurig", antwortete die graue Gestalt mit brüchiger
Stimme.
Die kleine, alte Frau setzte sich zu ihr.
"Traurig bist du also", sagte sie und nickte verständnisvoll mit dem
Kopf.
"Erzähl mir doch, was dich so bedrückt."
Die Traurigkeit seufzte tief. Sollte ihr diesmal wirklich jemand zuhören
wollen? Wie oft hatte sie sich das schon gewünscht.
"Ach, weißt du", begann sie zögernd und äußerst verwundert, "es
ist so,
dass mich einfach niemand mag. Es ist nun mal meine Bestimmung, unter die Menschen zu gehen und für eine gewisse Zeit bei ihnen zu verweilen.
Aber wenn ich zu ihnen komme, schrecken sie zurück.
Sie fürchten sich vor mir und meiden mich wie die Pest."
Die Traurigkeit schluckte schwer.
"Sie haben Sätze erfunden, mit denen sie mich bannen wollen.
Sie sagen:
Papperlapapp, das Leben ist heiter.
Und ihr falsches Lachen führt zu Magenkrämpfen und Atemnot.
Sie sagen:
Gelobt sei, was hart macht.
Und dann bekommen sie Herzschmerzen.
Sie sagen:
Man muss sich nur zusammenreißen.
Und sie spüren das Reißen in den Schultern und im Rücken.
Sie sagen:
Nur Schwächlinge weinen.
Und die aufgestauten Tränen sprengen fast ihre Köpfe.
Oder aber sie betäuben sich mit Alkohol und Drogen, damit sie mich nicht fühlen müssen."
"Oh ja", bestätigte die alte Frau, "solche Menschen sind mir
schon oft
begegnet."
Die Traurigkeit sank noch ein wenig mehr in sich zusammen.
"Und dabei will ich den Menschen doch nur helfen. Wenn ich ganz nah bei ihnen bin, können sie sich selbst
begegnen.
Ich helfe ihnen, ein Nest zu bauen, um ihre Wunden zu pflegen.
Nur wer
die Trauer zulässt und all die nicht geweinten Tränen weint, kann
seine Wunden wirklich heilen.
Doch die Menschen wollen gar nicht, dass ich ihnen dabei helfe.
Stattdessen schminken sie sich ein grelles Lachen über ihre Narben.
Oder sie legen sich einen dicken Panzer der „Bitterkeit“ zu."
Die Traurigkeit schwieg. Ihr Weinen war erst schwach, dann stärker und
schließlich ganz verzweifelt.
Die
kleine, alte Frau nahm die zusammengesunkene Gestalt tröstend in ihre Arme. Wie weich und sanft sie sich anfühlt, dachte sie und streichelte zärtlich das zitternde Bündel.
"Weine nur, Traurigkeit", flüsterte sie liebevoll, "ruh dich
aus, damit
du wieder Kraft sammeln kannst.
Du sollst von nun an nicht mehr alleine wandern. Ich werde dich begleiten, damit die „Mutlosigkeit“ dich nicht einholt."
Die Traurigkeit hörte auf zu weinen. Sie richtete sich auf und
betrachtete erstaunt ihre neue Gefährtin: "Aber...aber - wer bist
du eigentlich?"
"Ich?" sagte die kleine, alte Frau schmunzelnd, und dann lächelte sie
wieder so unbekümmert wie ein kleines Mädchen.
"Ich bin die Hoffnung."
Hinzugefügt am 27.11.11
Lebensfreude
Ein wohlhabender amerikanischer Manager aus New York konsultierte seinen Arzt, weil er sich seit einiger Zeit kraftlos und ausgebrannt fühlte. Er spürte, wie ihm zunehmend alles zu viel wurde und er kaum noch in der Lage war, sich an den schönen Dingen des Lebens zu erfreuen.
Dem Manager stand eine Beförderung in Aussicht, bei der sich sein Gehalt nahezu verdoppeln würde. Auf diese Beförderung hatte er viele Jahre hingearbeitet, was bedeutete, dass er seit mehr als 10 Jahren ca. 12 Stunden täglich im Büro verbrachte und sich am Wochenende noch Arbeit mit nach Hause nahm. Wenn er jetzt nicht durchhalten würde, wäre das alles umsonst gewesen.
Er erzählte dem Arzt, dass er sich durch diese Beförderung seinen größten Lebenstraum verwirklichen könnte. Eine 8 Millionen Dollar Villa, die Platz für seine gesamte Familie bieten sollte. Sein Sohn, dessen Frau und deren Kinder würden den Ostflügel bekommen, seine Tochter mit ihrer Familie den Westflügel. Seine Frau bekäme natürlich das Haupthaus, den schönsten Teil des Anwesens, mit allem, was sie sich nur wünschen könnte. Die Enkel, die er und seine Frau über alles liebten, würden den ganzen Tag im Garten spielen und alle wären miteinander überglücklich. So schwärmte der Mann eine ganze Weile voller Vorfreude und verlor sich in traumhaften Einzelheiten.
Dem Arzt fiel bei all den Schwärmereien irgendwann auf, dass der Manager immer nur von seiner Frau, seinen Kindern und seinen Enkeln sprach, sich selbst aber niemals erwähnte. Daher fragte er ihn direkt: „Und wo sehen Sie sich, wenn sie an ihr Haus denken?“
„Im Büro!“, antwortete der Manager geschockt und schneller als er bewusst denken konnte. Ihm wurde schlagartig klar, dass er durch seine Beförderung zwar das Geld verdienen würde, um sich diese Villa zu finanzieren, er aber dafür täglich 14 bis 16 Stunden arbeiten müsste, wobei er die meisten Wochenenden ebenfalls im Büro verbringen würde. Es war kein Wunder, dass er sich selbst niemals erwähnte, wenn er von seiner Traumvilla schwärmte, denn er selbst gehörte gar nicht dort hin. Er gehörte ins Büro!
Geschockt von dieser Erkenntnis ging er nach Hause und überdachte sein Leben. Das war nicht ganz das, was er sich all die Jahre erträumt hatte. Nein, so wollte er sein Leben sicherlich nicht führen.
Betroffen redete er mit seiner Frau, die entgegen seiner Erwartung sehr froh darüber war, dass er seine Karrierepläne endlich in Zweifel zog. Sie wollte kein größeres Haus und auch nicht noch mehr Luxus. Sie wollte, dass es ihm endlich wieder gut ging und dass er aufhörte, sich permanent zu überlasten. Ihr größter Wunsch war es, wieder mehr Zeit und Liebe mit ihm zu teilen. Und das war schon viele Jahre lang so. Sie hatte unzählige Male versucht, ihm dies klar zu machen, doch er meinte jedes Mal: „Wenn ich erst die Beförderung habe, dann wird alles anders.“ Und er hatte Recht, es würde tatsächlich anders werden, das war ihm jetzt klar - es würde nämlich noch schlimmer!
Nach dem Gespräch mit seiner Frau rief er seinen Sohn an, um ihm schonend beizubringen, dass es mit der Villa nichts werden würde. Sein Sohn verstand erst gar nicht, wovon er sprach, denn sie hatten seit vielen Jahren nicht mehr über dieses Familienanwesen geredet. Seit dem hatte sich viel verändert.
Als der Sohn schließlich kapierte, worum es ging, erwiderte er ehrlich: „Sorry, Dad, mir war nicht klar, dass du immer noch an die Villa denkst. Als ich Zwanzig war, war sie auch für mich ein sehr schöner Traum. Doch jetzt lebe ich mit meiner Frau und den Kindern schon seit 8 Jahren hier in LA. Hier habe ich meinen Job, hier leben unsere Freunde, hier haben unsere Kinder ihre Freunde und ihre Schule. Das würde ich niemals aufgeben.“
Nachdem der Manager auch seine Tochter angerufen hatte und eine sehr ähnliche Antwort bekam, verstand er die Welt nicht mehr. Wie konnte er all die Jahre so blind gewesen sein?! Er hatte sich unbewusst völlig in eine fixe Idee verrannt und vergessen, worum es ihm eigentlich ging. Es war kein Wunder, dass er kaum noch in der Lage war, sich an den schönen Dingen des Lebens zu erfreuen, denn sein Leben bot ihm schon seit zig Jahren nicht mehr viel Schönes.
Die Lebensfreude eines Menschen hängt davon ab, wie sehr er sich im Hamsterrad des Alltags verrannt hat. Sie ist ein direktes Maß dafür, wie groß die Distanz zwischen seinen tatsächlichen und seinen gefühlten Werten ist.
Hinzugefügt am 20.11.11
Dank an unsere Lieben Engel
Liebe gute Engelschar,
Ihr seid immer für mich da.
Dank will ich euch Heute geben,
dass Ihr mich leitet durch mein Leben.
Zeigt mir Schritt für Schritt den Weg,
dass ich immer vorwärts streb.
Bis ich beim Licht angekommen bin,
seid Ihr in meinem Herz und meinem Sinn.
Dank an meinen Schutzengel
Mein lieber Engel ich danke Dir,
bist bei Tag und Nacht bei mir.
Gibst mir immer neuen Mut,
deine nähe tut mir Gut.
Beschützt mich treu auf meinen Wegen,
bringst mir Mut und Kraft im Segen.
Dankbarkeit hab ich in mir,
und sie kommt heute - von Herzen zu Dir.
jetzt noch eine kleine Geschichte
Vergeben können
Zwei Freunde wanderten durch die Wüste. Irgendwann auf ihrer Reise fingen die zwei Freunde an zu streiten, der eine Freund sagte Dinge die den anderen zutiefst verletzten.
Der Freund, von den Worten zutiefst verletzt, sagte
nichts dazu und schrieb nur in den Sand:
„Heute hat mich mein Freund zutiefst verletzt“
Sie gingen weiter, bis sie schließlich zu einer Oase kamen, in der sie baden wollten. Der zuvor schon mit Worten zutiefst verletzte, wäre dabei fast ertrunken, hätte sein Freund ihn nicht gerettet.
Als er sich schließlich wieder erholt hatte, gravierte er in einen Stein: „Heute hat mir mein Freund das Leben gerettet.“
Der andere wunderte sich und fragte:
„Warum hast du in
den Sand geschrieben, als ich dich verletzt habe, und nun schreibst du auf
einen Stein?“
Der Freund lächelte und antwortete:
„Wenn ein Freund uns verletzt, sollten wir es in den Sand schreiben, wo der
Wind der Vergebung es wieder auslöschen kann.
Aber wenn uns etwas wirklich Schönes widerfährt, dann sollten wir es in einen
Stein gravieren, in die Erinnerung des Herzens, von wo es nicht mehr
verschwinden kann.“
Lerne, in den Sand zu schreiben und dem Wind der Vergebung eine Chance zu geben.
Hinzugefügt am 13.11.11
Vom Dunkeln ins Licht
Dem Dunkel ging es nicht so gut, es fühlte sich oft alleine und wusste nicht genau, wie es weitergehen sollte. Es tappte oft auf der Stelle, wollte aber auch keine Hilfe, denn es dachte, man müsse alles alleine schaffen. Und so vergingen Tage, Monate und schließlich Jahre.
Bis eines Tages durch einen Türspalt das Licht erschien. Ganz fasziniert von dieser Helligkeit stellte das Dunkel dem Licht eine Frage: „Sag’ mal Licht, wie hast Du es geschafft, so hell zu werden? Du strahlst so, dass Du mich mit Deiner Ausstrahlung wirklich sehr faszinierst“
Das Licht antwortete: „Weißt Du liebes Dunkel, ich habe vor langer Zeit, als ich noch recht jung war, die Mutter der Farben um Hilfe gebeten, weil es mir nicht gut ging. Sie führte mich in einen großen Palast, in dem viele Räume mit den unterschiedlichsten Farben waren.“
Das Dunkel war begeistert und fragte, was sich danach verändert hätte. Das Licht antwortete voller Freude „Nachdem ich die ganzen unterschiedlichen Farben kennenlernte, wusste ich plötzlich, welche Möglichkeiten für mich bestehen. Ich erkannte, wann ich welche Farbe für mich nutzen konnte und so hellte sich meine Stimmung immer mehr auf. Und plötzlich strahlte ich selbst so stark, dass die Farbenmutter zu mir sagte, ich sei so außergewöhnlich hell, sodass sie mich ab dem Tag ‚Licht’ nannte.“.
Das Dunkel nahm all seinen Mut zusammen und fragte das Licht: „Weißt Du, wo dieser Palast ist? Kannst Du mich auch dorthin bringen? Meinst Du, ich könnte das auch lernen?“
Das Licht nahm das Dunkel an die Hand und sagte „Aber klar doch, liebes Dunkel. Wir müssen nicht alles alleine machen. Wir sollten uns in dunklen Zeiten nur trauen, um Hilfe zu bitten, denn Lösungen findet man gemeinsam meist einfacher als alleine.
Heute weiß ich, dass wir alles in uns haben, vielleicht brauchten wir manchmal jemanden, der uns darin unterstützte, es in unserem innersten zu erkennen und sichtbar zu machen.
Das Dunkel seufzte erleichtert. „Danke liebes Licht, ich freue mich schon darauf, meinen eigenen Weg zu finden. Vielleicht bekomme ich ja auch schon bald einen eigenen Namen.“ und zwinkerte dem Licht zuversichtlich zu.
Hinzugefügt am 11.11.11
11.11.11 ein Fest der Liebe und Toröffnung
Seit vielen Jahren schon
erhöht sich permanent die Energie auf der Erde.
Hierdurch haben viele Menschen das Gefühl, die Zeit vergeht schneller und
vieles funktioniert nicht mehr wie gewohnt.
Gleichzeitig eröffnet sich aber für jeden die Möglichkeit, die göttliche Kraft
in sich selbst zu aktivieren.
Wir können Belastungen, alte Verhaltensmuster und Ängste schnell transformieren,
und immer mehr das sein, was wir wirklich sind - liebevolle mitfühlende Wesen
mit unglaublichen Fähigkeiten.
Am 11.11.2011 findet
eine der größten kosmischen Toröffnungen des Jahres statt.
Die Zahl 11 steht
hierbei für den altägyptischen Sonnengott Horus und die Kraft der pyramidalen
altägyptischen Gesetze und Mysterien.
Das kosmische Dreieck (Tor) und die Energie des Sonnengottes
Horus werden an diesem Tag große Energien der Erkenntnis und der Liebe freisetzen und
ein Netzwerk aus Licht entfachen.
Das heißt....
Große Erkenntnisse dürfen
von nun an erkannt und angenommen werden.
Eine besondere energetische
außerplanetarische Mond und Sonnenkonstellation wird auf der Erde erwartet.
Sodass das Gizeh Plateau zeitgleich mit der Herzpyramide in Chichen Itza ihre heiligen Tore öffnet.
Das Meister Chakra ( Herz
Chakra Kukulkan Pyramide - Mexico ) wird sich mit dem heiligen Ägyptischen Plateau (
Gizeh Plateau Chakra 12, 13, 14) und der Sphinx verbinden. . .
Die bisher 7 heiligen Pforten
( Schlüssel des Ankh ) ( 7 Chakren ) werden bis zum 11. Chakra geöffnet .
Diese Heilige Kraft wird sich dann wie ein Netzwerk in allen Pyramiden und heiligen Orten der Welt
wie ein Leuchtfeuer ausbreiten.
Die Kraft der Vision, des eigenen Seelenplanes und die Verbindung zu Deiner
eigenen Sternensaat sind nun frei.
Die silbergoldene Spirale, die jene Energie von Sonne und Mond ist, wird in uns ausgeglichen sodass alte
schmerzhafte Prozesse zur Ruhe kommen und in Liebe losgelassen werden dürfen.
Sonne und Mond vereinen sich in uns und werden gleichermaßen durch das
kosmische Dreieck den Lichtkörperprozess in Lichtgeschwindigkeit ankurbeln.
Text von Cecilia Araiza
Hinzugefügt am 6.11.11
Der
Zauberspiegel
Eine alte
Sage erzählt von einem Zauberspiegel, der die Bilder der Menschen
wiedergab, so wie sie wirklich waren.
Nicht wie sie selbst,ihre Freunde oder Feinde sie sich
dachten.
Von allen Enden der Welt pilgerten die Menschen zu diesem Zauberspiegel.
Nun kam auch
einmal ein Pilger von außerordentlicher Bescheidenheit, stets geneigt, sich
selbst zu unterschätzen. Er war sehr erstaunt,in diesem Spiegel eine Seite von
sich zu erkennen, von der er bis jetzt nichts geahnt hatte.
Hier in dem Zauberspiegel sah er deutlich innerhalb der Umrisse seiner eigenen
Gestalt, die eines anderen Wesens. Es war so stark, voll Selbstvertrauen, ein
strahlendes Bild der Männlichkeit, ohne irgendeinen der Fehler und
Minderwertigkeiten, die er sich immer selbst zugeschrieben hatte.
Je länger er
dieses Bild betrachtete, um so deutlicher trat es hervor,
bis ihm
endlich klar wurde, dass dies sein anderes, sein höheres Selbst sein
müsse, das Wesen, das zu sein ihn der Schöpfer geschaffen hatte.
Das Bild in
dem Zauberspiegel machte einen so großen Eindruck auf den
Pilger, dass
er von nun an unablässig bemüht war, sich nach ihm zu richten
und zu
verändern.
Und mit der Zeit wurde das Bild des vollkommenen Menschen, das ihm beständig
vor Augen stand, zur Wirklichkeit und trat an die Stelle des schüchternen,
zurück haltenden sich selbstunterschätzenden Menschen, der er
seither gewesen war.
Nur
wenigeJahre später war mit seiner ganzen Erscheinung,
seinem geistigen Zustand, seinem ganzen Wesen eine vollständige Veränderung
vorgegangen. Er war wirklich der größere Mensch geworden, den ihmder Zauberspiegel entschleiert
hatte, und nicht nur das, er war auch in seinem Beruf weitergekommen, hatte
größeren Erfolg gehabt, als er sich je hätte träumen lassen.
Er sagte, er fange jetzt erst an, die Möglichkeiten, die in ihm lägen, zu
verwirklichen.
Es ist ganz außerordentlich schwierig, den Menschen Glauben an ihre eigene
Größe,
Vertrauen in
die in ihnen ruhenden Fähigkeiten, nahe zu bringen.
Er soll sich
seines Geburtsrechtes göttlicher Kraft bedienenund zur Höhe seiner Möglichkeiten
aufsteigen.
So wie wir
uns sehen, so werden wir auch sein.
Im
Zauberspiegel der eigenen Seele erkennen wir, wie wir nach
Gottes
Absicht sein sollten. Nicht das kleine, enge, schwache Wesen, sondern der
herrliche Mensch, den Gott in seinen Gedanken hatte,
als er uns
schuf.
Denke,
sprich, handle und lebe, wie dieser Mensch es tun sollte.
Dann werden
wir im Einklang mit dem Schöpfer sein und nicht gegen ihn.
Dann werden
wir die Erfüllung seines Planes sein und nicht diesen
durchkreuzen,
dann bist du ein Erfolg und kein Fehlschlag.
Orsison
Swett Marden
Hinzugefügt am 1.11.11
Gebet für einen Verstorbenen
Ich danke dir für die Gnade, dass du mein Leben bereichert hast.
Ich weiß, dass du in der Liebe erwachst,
es gibt keinen Ort in der geistigen Welt, der nicht Liebe ist.
Ich will deinen Tod annehmen, weil ich in mir die Erkenntnis habe,
dass uns die ewig währende Liebe eines Tages wieder vereinen wird.
Ich weiß, dass du jetzt, in diesem Moment, von göttlicher bedingungsloser Liebe
empfangen wirst.
So erfreue dich nun an dieser Liebe, bis zu unserem Wiedersehen.
Danke, dass wir - für immer- füreinander
da sind.
Hinzugefügt am 30.11.2011
Lebe jetzt
Mein
bester Freund öffnete die Kommodenschublade seiner Frau und holte ein mit
Seidenpapier verpacktes Päckchen heraus.
Es ist nicht
irgendein Päckchen, sondern ein Päckchen mit Unterwäsche darin.
Er warf das
Papier weg und betrachtete die Seide und die Spitze.
" Das
kaufte ich, als wir zum ersten -mal in New York waren. Das ist jetzt 8 oder 9
Jahre her. Sie trug es nie. Sie wollte
es für eine besondere Gelegenheit aufbewahren. Und jetzt ist glaub ich der
richtige Moment gekommen!"
Er näherte
sich dem Bett und legte die Unterwäsche zu den anderen Sachen, die von dem
Bestattungsinstitut mitgenommen wurden.
Seine
Frau war gestorben.
Als er sich
zu mir umdrehte, sagte er:"Bewahre nichts für einen besonderen Anlass
auf!"
Jeder Tag
den du lebst, ist ein besonderer Anlass. Ich denke immer noch an seine Worte.
Sie haben mein Leben verändert.
Heute lese
ich viel mehr als früher und putze weniger.
Ich setze
mich auf meine Terrasse und genieße die Landschaft ohne auf das Unkraut zu
achten.
Ich verbringe
mehr Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden und weniger Zeit bei der
Arbeit.
Ich habe
begriffen, dass das Leben eine Sammlung von Erfahrungen ist, die es zu schätzen
gilt.
Von jetzt an
bewahre ich nichts mehr auf.
Ich benutze
täglich meine Kristallgläser, wenn mir danach zumute ist, trage meine neue
Jacke um in den Supermarkt zu gehen.
Auch meine
Lieblingsdüfte trage ich dann auf, wenn ich Lust dazu habe.
Sätze wie " eines Tages" oder " an einem dieser Tage", sind
dabei, aus meinem Vokabular zu verschwinden.
Wenn es sich
lohnt, will ich die Dinge hier und jetzt sehen, hören und machen.
Ich bin mir
nicht ganz sicher, was die Frau meines Freundes gemacht hätte, wenn Sie gewusst
hätte, dass Sie
morgen nicht mehr sein würde.
Ich glaube,
dass Sie noch Ihre Familie und enge Freunde angerufen hätte, vielleicht
hätte Sie auch ein paar alte Freunde angerufen, um sich zu versöhnen oder sich
für alte Streitigkeiten zu entschuldigen.
Der Gedanke
dass Sie vielleicht noch chinesisch Essen gegangen wäre, gefällt mir sehr. Es
sind diese kleinen unerledigten Dinge, die mich sehr stören würden, wenn ich
wüsste, dass meine Tage gezählt sind.
Genervt wäre
ich auch, gewisse Freunde nicht mehr gesehen zu haben, mit denen ich mich
" An einem dieser Tage" in Verbindung hätte setzen wollen.
Genervt,
nicht die Briefe geschrieben zu haben, die ich " An einem dieser
Tage" schreiben wollte, wie sehr ich sie liebe.
Jetzt
verpasse, verschiebe und bewahre ich nichts mehr, was mir Freude und Lächeln in mein Leben bringen könnte.
Ich sage
mir, dass jeder Tag, jede Stunde sowie jede Minute etwas Besonderes ist.
Ich Lebe JETZT
Hinzugefügt am 23.10.2011
Das Geheimnis der Zufriedenheit
Es kamen einmal ein paar Suchende zu einem alten Meister.
"Herr", fragten sie "was tust du, um glücklich und zufrieden zu sein? Wir wären auch gerne so glücklich wie du."
Der Alte antwortete mit
mildem Lächeln:
"Wenn ich liege, dann liege ich. Wenn ich aufstehe, dann stehe ich auf.
Wenn ich gehe, dann gehe ich und wenn ich esse, dann esse ich."
Die Fragenden schauten etwas
betreten in die Runde.
Einer platzte heraus:
"Bitte, treibe keinen Spott mit uns. Was du sagst, tun wir auch. Wir
schlafen, essen und gehen. Aber wir sind nicht glücklich. Was ist also dein
Geheimnis?"
Es kam die gleiche Antwort:
"Wenn ich liege, dann liege ich. Wenn ich aufstehe, dann stehe ich auf.
Wenn ich gehe, dann gehe ist und wenn ich esse, dann esse ich."
Die Unruhe und den Unmut der
Suchenden spürend fügte der Meister nach einer Weile hinzu:
"Sicher liegt auch Ihr und Ihr geht auch und Ihr esst. Aber während Ihr
liegt, denkt Ihr schon ans Aufstehen. Während Ihr aufsteht, überlegt Ihr wohin
Ihr geht und während Ihr geht, fragt Ihr Euch, was Ihr essen werdet.
So sind Eure Gedanken ständig woanders und nicht da, wo Ihr gerade seid.
In dem Schnittpunkt zwischen
Vergangenheit und Zukunft findet das eigentliche Leben statt.
Lasst Euch auf diesen nicht messbaren Augenblick ganz ein und Ihr habt die
Chance, wirklich glücklich und zufrieden zu sein.“
Hinzugefügt am 15.10.2011
Nur für heute
will ich versuchen, ein Lebensproblem
auf einmal anzupacken.
Ich kann jetzt etwas tun, vor dem ich zurückschrecken
würde, wenn ich das Gefühl hätte, ich müsste es mein ganzes Leben lang
durchhalten.
Nur für heute
will ich versuchen, glücklich zu sein, indem ich mir klarmache,
dass mein Glück nicht davon abhängt, was andere tun oder sagen oder was um mich
herum geschieht.
Glück stellt sich ein, wenn ich mit mir in Frieden lebe.
Nur für heute
will ich versuchen, mich auf das auszurichten, was ist - nicht
erzwingen, dass sich alles nach meinen Wünschen richtet. Ich will meine
Familie, meine Freunde, meine Arbeit und meine Lebensumstände so annehmen wie
sie kommen.
Nur für heute
will ich auf meine körperliche Gesundheit achten, ich will meine
Verstandeskräfte üben, ich will etwas Spirituelles lesen.
Nur für heute
will ich jemandem etwas Gutes tun, ohne dabei entdeckt zu werden
– wenn jemand davon erfährt, zählt es nicht. Ich werde mindestens eine Sache
tun, ich will meinem Nächsten einen kleinen
Liebesdienst erweisen.
Nur für heute
will ich mir ein Programm machen. Ich will es machen, auch wenn
ich es vielleicht nicht ganze genau befolge. Vor zwei Plagen will ich mich
retten: Hast und Unentschlossenheit.
Nur für heute
will ich aufhören zu sagen: "Wenn ich Zeit hätte". Ich
werde nie für etwas "Zeit finden", wenn ich Zeit haben will, muss ich
sie mir nehmen.
Nur für heute
will ich in Stille meditieren – mich dabei auf Gott, wie ich ihn
verstehe, auf mich selbst und auf meinen Nächsten besinne. Ich will mich
entspannen und nach meiner Wahrheit suchen.
Nur für heute
will ich keine Angst haben. Insbesondere werde ich mich nicht
davor fürchten, glücklich zu sein – und mich an den guten, Schönen und
liebenswerten Dingen im Leben erfreuen.
Nur für heute
will ich mich annehmen und lieben so wie ich bin.
Ein Bild vom Frieden
Es war einmal ein König, der
schrieb einen Preis im ganzen Land aus.
Er lud alle Künstler ein, den Frieden zu malen und das beste Bild sollte eine
hohe Belohnung bekommen.
Die Künstler im Land machten sich eifrig an die Arbeit und brachten dem
König ihre Bilder.
Aber von allen Bildern, die gemalt wurden, gefielen dem
König nur zwei.
Zwischen denen musste er sich nun entscheiden.
Das erste war ein perfektes Abbild eines ruhigen Sees.
In dem See spiegelten sich die malerischen Berge, die den See umrandeten und man konnte jede kleine Wolke im Wasser wiederfinden.
Jeder, der das Bild sah, dachte sofort an den Frieden.
Das zweite Bild war ganz anders.
Auch hier waren Berge zu sehen, aber diese waren zerklüftet, rau und kahl. Über den Bergen jagten sich am grauen Himmel wütende Wolkenberge und man konnte den Regen fallen sehen, den Blitz
aufzucken und fast auch den Donner krachen hören. An dem einen Berg stürzte ein tosender Wasserfall in die Tiefe.
Keiner, der das Bild sah, kam auf die Idee, dass es hier um den Frieden ging.
Doch der König sah hinter dem Wasserfall einen winzigen Busch, der auf der zerklüfteten Felswand wuchs. In diesem kleinen Busch hatte ein Vogel sein Nest gebaut.
Dort in dem wütenden Unwetter an diesem unwirtlichen Ort saß
der Muttervogel auf seinem Nest - in perfektem Frieden.
Welches Bild gewann den Preis?
Der König wählte das zweite Bild und begründete das so:
"Lasst Euch nicht von schönen Bildern in die Irre führen: Frieden braucht es nicht dort, wo es keine Probleme und keine Kämpfe gibt.
Wirklicher Frieden bringt Hoffnung und heißt
vor allem, auch unter schwierigsten Umständen und größten Herausforderungen,
ruhig und friedlich im eigenen Herzen zu bleiben."
Hinzugefügt am 2.10.2011
Der Adler, der nicht fliegen wollte
Ein
Mann ging in den Wald, um einen Vogel zu fangen, den er mit nach Hause nehmen
konnte. Er fing einen jungen Adler, brachte ihn heim und steckte ihn in den
Hühnerhof zu den Hennen, Enten und Truthühnern.
Und er gab ihm Hühnerfutter zu fressen, obwohl er ein Adler war, der König der
Vögel.
Nach
fünf Jahren erhielt er den Besuch eines naturkundigen Mannes. Und als sie
miteinander durch den Garten gingen, sagte der:
"Dieser Vogel dort ist kein Huhn, er ist ein Adler!"
"Ja",
sagte der Mann, "das stimmt. Aber ich habe ihn zu einem Huhn erzogen. Er
ist jetzt kein Adler mehr, sondern ein Huhn, auch wenn seine Flügel 3 Meter
breit sind."
"Nein", sagte der andere. "Er ist immer noch ein Adler, denn er
hat das Herz eines Adlers. Und das wird ihn hoch hinauffliegen lassen in die
Lüfte."
"Nein, nein", sagte der Mann, "er ist jetzt ein richtiges Huhn und wird niemals fliegen."
Darauf
beschlossen sie, eine Probe zu machen. Der naturkundige Mann nahm den Adler,
hob ihn in die Höhe und sagte beschwörend:
"Der du ein Adler bist, der du dem Himmel gehörst und nicht dieser Erde, breite
deine Schwingen aus und fliege!"
Der Adler saß auf der hochgereckten Faust und blickte um sich. Hinter sich sah er die Hühner nach ihren Körnern picken, und er sprang zu ihnen hinunter.
Der Mann sagte: "Ich habe dir gesagt, er ist ein Huhn!"
"Nein",
sagte der andere, "er ist ein Adler. Ich versuche es morgen noch
einmal!"
Am anderen Tag stieg er mit dem Adler auf das Dach des Hauses, hob ihn empor
und sagte:
"Adler, der du ein Adler bist, breite deine Schwingen aus und
fliege!"
Aber als der Adler wieder die scharrenden Hühner im Hofe erblickte, sprang er abermals
zu ihnen hinunter und scharrte mit ihnen.
Das sagte der Mann wieder:
"Ich habe dir gesagt, er ist ein
Huhn!"
"Nein", sagte der andere, "er ist ein Adler, und er hat immer noch das Herz eines Adlers. Lass es uns noch ein einziges Mal versuchen, morgen werde ich ihn fliegen lassen!"
Am nächsten Morgen erhob er sich früh, nahm den Adler und brachte ihn hinaus aus der Stadt, weit weg von den Häusern an den Fuß eines hohen Berges. Die Sonne stieg gerade auf, sie vergoldete den Gipfel des Berges, jede Zinne erstrahlte in der Freude eines wundervollen Morgens. Er hob den Adler hoch und sagte zu ihm:
"Adler,
du bist ein Adler. Du gehörst dem Himmel und nicht dieser Erde. Breite deine
Schwingen aus und fliege!"
Der Adler blickte umher, zittert, als erfülle ihn neues Leben -- aber er flog
nicht.
Da ließ ihn der naturkundige Mann direkt in die Sonne schauen. Und plötzlich breitete er seine gewaltigen Flügel aus, erhob sich mit dem Schrei eines Adlers, flog höher und höher und kehrte nie wieder zurück.
Wir alle sind Adler.
Darum breitet Eure Schwingen aus,
erinnert euch wer ihr seid,
und fliegt!
(von James Aggrey)
Hinzugefügt am 25.9.2011
Das vollkommene Herz
Eines Tages stellte sich ein junger Mann in die
Mitte des Ortes und verkündete, er habe das schönste Herz im ganzen
Tal.
Eine große Menge versammelte sich um ihn, und alle bewunderten
sein Herz,
denn es sah vollkommen aus.
Nicht eine Schramme war daran und nicht die kleinste Delle.
Ja, alle
stimmten zu, dass dies wirklich das schönste Herz sei,
das sie
je gesehen hatten.
Der junge Mann war sehr stolz und prahlte noch lauter mit seinem schönen
Herzen.
Plötzlich trat ein alter Mann aus der Menge heraus und sagte:
„Ach was, dein Herz ist lange nicht so schön wie meines!“
Die Menge und der junge Mann blickten auf das Herz des Alten.
Es schlug stark, doch es war voller Narben.
Stücke waren herausgebrochen und andere eingesetzt, aber sie
passten nicht
genau, und so gab es raue Kanten. Tatsächlich waren da sogar mehrere
tiefe Löcher, wo ganze Teile fehlten.
Die Leute starrten darauf.
Wie kann er sagen, dachten sie, sein
Herz sei schöner?
Der junge Mann schaute auf das Herz des Alten, sah seinen Zustand
und lachte.
„Du machst wohl Witze“, sagte er.
„Vergleichst dein Herz mit meinem, meines ist vollkommen und deines ist
voller Löcher!“
„Ja“, sagte der alte Mann, „dein Herz sieht
vollkommen aus, aber ich würde doch niemals mit dir tauschen. Weißt du,
jede Narbe steht für einen Menschen, dem ich meine Liebe gegeben
habe. Ich nahm ein Stück von meinem Herzen und gab es ihm, und oft
gab er mir dafür ein Stück von seinem eigenen Herzen, das den leeren Platz
in meinem ausfüllte. Aber weil die Stücke nicht genau gleich sind,
habe ich ein paar Unebenheiten – die ich in Ehren halte,
weil sie mich an die Liebe erinnern, die wir geteilt haben.“
„Manchmal“, fuhr er fort, „habe ich ein Stück meines Herzens weggegeben
und der andere Mensch gab mir kein Stück von seinem zurück. Das
sind die Lücken.
Diese Lücken schmerzen, doch sie bleiben offen und erinnern mich an
die Liebe, die ich auch für diese Menschen habe, und ich hoffe, dass
sie
mir eines Tages etwas zurückgeben und den leeren Platz füllen,
der
darauf wartet.“
„Siehst du jetzt“, fragte der Alte,
„worin die Schönheit meines Herzens besteht?“
Der junge Mann stand schweigend da und Tränen liefen über seine
Wangen.
Er ging zu dem alten Mann, dann griff er nach seinem
perfekten, schönen Herzen und brach ein Teil heraus.
Mit zitternden Händen bot er es dem Alten an. Der Alte nahm es an und
setzte es in sein Herz, dann nahm er ein Stück seines alten, narbigen
Herzens und setzte es in die Wunde im Herzen des jungen Mannes. Es
passte aber nicht ganz genau, so blieben einige raue Kanten.
Der junge Mann schaute auf sein Herz, das nicht mehr vollkommen war,
aber doch schöner als je zuvor, weil Liebe aus dem Herzen des alten Mannes hineingeflossen
war.
Hinzugefügt am 18.9.2011
Spiegel
Vater und Sohn sind in den Bergen unterwegs.
Plötzlich
fällt der Sohn hin, schlägt sich das Knie auf und schreit: "Aaahhh!!"
Zu seiner Überraschung hört er eine Stimme irgendwo in
den Bergen, die schreit auch: ‚Aaahhh!!’ Neugierig ruft er: ‚Wer bist du?’, und
erhält zur Antwort: ‚Wer bist du?’
Dann schreit er in die Berge: "Ich bewundere dich"
die Stimme antwortet: "Ich
bewundere dich!"
Verärgert schreit der Junge: "Du Depp!", und erhält zur
Antwort: "Du Depp".
Er sieht zum Vater hinüber und fragt: "Was ist das"?
Der
Vater lächelt: "Geduld, mein Junge".
Und nun ruft der Mann: "Du bist der
Größte"!
Die Stimme antwortet: "Du bist der Größte"!
Der Junge ist überrascht, versteht aber immer noch nicht. Da erklärt der Vater:
"Die Menschen nennen es Echo, aber in Wirklichkeit ist es
das Leben. Es gibt dir alles zurück, was du sagst oder tust".
Unser Leben ist der Spiegel unseres Handelns.
Wenn du dir mehr Liebe in der
Welt wünscht,
dann sorge für mehr Liebe in deinem Herzen.
Hinzugefügt am 10.9.11
Vom Dunkeln ins Licht
Dem Dunkel ging es nicht so gut, es fühlte sich oft alleine und wusste nicht genau, wie es weitergehen sollte. Es tappte oft auf der Stelle, wollte aber auch keine Hilfe, denn es dachte, man müsse alles alleine schaffen. Und so vergingen Tage, Monate und schließlich Jahre.
Bis eines Tages durch einen Türspalt das Licht erschien. Ganz fasziniert von dieser Helligkeit stellte das Dunkel dem Licht eine Frage: „Sag’ mal Licht, wie hast Du es geschafft, so hell zu werden? Du strahlst so, dass Du mich mit Deiner Ausstrahlung wirklich sehr faszinierst“
Das Licht antwortete: „Weißt Du liebes Dunkel, ich habe vor langer Zeit, als ich noch recht jung war, die Mutter der Farben um Hilfe gebeten, weil es mir nicht gut ging. Sie führte mich in einen großen Palast, in dem viele Räume mit den unterschiedlichsten Farben waren.“
Das Dunkel war begeistert und fragte, was sich danach verändert hätte. Das Licht antwortete voller Freude „Nachdem ich die ganzen unterschiedlichen Farben kennenlernte, wusste ich plötzlich, welche Möglichkeiten für mich bestehen. Ich erkannte, wann ich welche Farbe für mich nutzen konnte und so hellte sich meine Stimmung immer mehr auf. Und plötzlich strahlte ich selbst so stark, dass die Farbenmutter zu mir sagte, ich sei so außergewöhnlich hell, sodass sie mich ab dem Tag ‚Licht’ nannte.“.
Das Dunkel nahm all seinen Mut zusammen und fragte das Licht: „Weißt Du, wo dieser Palast ist? Kannst Du mich auch dorthin bringen? Meinst Du, ich könnte das auch lernen?“
Das Licht nahm das Dunkel an die Hand und sagte „Aber klar doch, liebes Dunkel. Wir müssen nicht alles alleine machen. Wir sollten uns in dunklen Zeiten nur trauen, um Hilfe zu bitten, denn Lösungen findet man gemeinsam meist einfacher als alleine.
Heute weiß ich, dass ich alles in mir habe, aber ich brauchte jemanden, der mich darin unterstützte, es in meinem innersten zu erkennen und sichtbar zu machen.
Das Dunkel seufzte erleichtert. „Danke liebes Licht, ich freue mich schon darauf, meinen eigenen Weg zu finden. Vielleicht bekomme ich ja auch schon bald einen eigenen Namen.“ und zwinkerte dem Licht zuversichtlich zu.
Hinzugefügt am 3.9.11
Geschichte vom Glück
Ein Reporter wollte herausfinden, was Menschen unter
Glück verstehen und was es braucht, um glücklich zu sein.
Er besuchte einen sehr reichen Mann und fragte ihn, ob und warum er glücklich sei.
Dieser antwortete: “Ja, ich bin glücklich, weil ich all das habe” und er zeigte mit einer Handbewegung auf sein großes und prächtiges Anwesen.
Als nächstes besuchte der Reporter ein Ehepaar mittleren Alters, das in einem Vorort lebte und stellte ihnen dieselbe Frage. “Wir sind glücklich, weil wir uns lieben und eine kleine Tochter haben, die uns viel Freude macht”.
Als letztes besuchte er eine arme Frau, die in einem
heruntergekommenen Haus lebte und stellte ihr die Frage.
Die Frau lächelte und
antwortete: “Ich bin glücklich, weil ich vieles habe, für das ich dankbar sein
kann. Ich lebe, ich habe ein Dach über dem Kopf und ich habe das große Glück, 3
Kinder zu haben”.
Sie ging zum Fenster und zeigte auf einen schmuddeligen Hinterhof, auf dem Kinder spielten und lachten und sie sagte: “und ich kann mich an all dem erfreuen”.
Die darin enthaltene Weisheit:
Das Glück lauert überall.
Manchmal müssen wir uns nur umschauen und uns Dinge bewusst machen, die wir für selbstverständlich halten.
Auf jeden Fall aber existiert das Glück ebenso wie die Schönheit nur in den Augen des Betrachters, jeder von uns muss selbst entscheiden, was für ihn Glück und Schönheit bedeuten.
Das heißt aber auch, dass es bei uns liegt, ob wir
uns glücklich fühlen oder nicht.
Es sind nicht die Umstände, die über unser glücklich sein entscheiden.
Zufrieden und glücklich sein heißt nicht, keine Probleme zu haben.
Es bedeutet, dass man lernt, mit ihnen umzugehen und ihnen nicht erlaubt, dass sie den Blick für die Dinge trüben, über die man glücklich und zufrieden sein kann.
Glück hängt nicht davon ab, wer du bist oder was du
hast;
es hängt nur davon ab, was du denkst.
- Dale Carnegie
Hinzugefügt am 28.8.2011
Die Angst
Alljährlich besuchte die Cholera
die heilige Stadt Mekka und forderte ihre Opfer.Ihr Begleiter war der Tod.
Vor ihnen her läuft die Angst und schleicht sich,
vom Torwächter unbemerkt, in die Stadt.
Bald danach steht die Cholera mit dem Tod am Stadttor und begehrt Einlass.
Der Torwächter öffnet und spricht:
Kommst du auch dieses Jahr wieder zu uns und befällst die Menschen?
Ja, auch in diesem Jahr, sagt die Cholera. Aber ich verlange nicht mehr als sonst.
Wie viel Menschen forderst du?
Fünfhundert wie immer. Ich verspreche es dir.
Da wendet sich der Torwächter an ihren Begleiter den Tod und fragt:
Und wie viel wirst du uns holen?
Nicht mehr als meine Freundin, die Cholera mir gibt.
Du kannst es mir glauben.
Danach lässt der Torhüter die beiden in die Stadt, wo sie ihr grausiges
Werk verrichten.
Nach einiger Zeit kommen sie wieder ans Tor und verlangen, dass der Wächter sie
hinauslasse.
Nun, wie viel Opfer sind dir in die Hände gefallen?
Ich habe mein Versprechen gehalten und nahm 490 Menschen mit, sagt die Cholera.
Er ist zufrieden und spricht zu ihrem Begleiter dem Tod:
Und wie viel nimmst du dir?
Mehr als 1000 Tote nehme ich mit, sagt der Tod.
Darüber erschrickt der Torwächter sehr. Sag wie ist es möglich?
Die Cholera gab dir doch nur Vierhundertundneunzig?
Der Tod lächelte spöttisch:
Ja, sagt er, der Cholera fielen nur Vierhundertundneunzig
zum Opfer, du hast nicht bemerkt, dass
sich die Angst in Eure Stadt einschlich.
Sie hat mehr Unheil angerichtet, als wir beide zusammen.
Eine
javanische Legende
Hinzugefügt am 21.8.2011
Geschichte von der kleinen Palme
Es war vor langer Zeit, als
ein reicher Kaufmann die Große Wüste bereiste, um in den Oasen Geschäfte zu
machen.
Eines Tages war er seit langem zum ersten Mal erfolglos. Er hatte es
bei aller Mühe nicht geschafft, für seine Waren den von ihm gewünschten Preis
zu erhalten.
Nur mit Verlust konnte er überhaupt verkaufen. Das machte ihn so
wütend, dass er allein in die Nacht hinauslief. Er durchstreifte die Oase und
fluchte dermaßen, dass selbst ein altes Kamel errötet wäre, hätte es seine
Reden vernommen. Um diese Zeit schlummerten längst alle Kamele selig und
träumten ihre Kamelträume.
Als seine Wut am stärksten in ihm aufflammte, als
sie schier nicht mehr zu bändigen war, griff er einen großen Stein und
schleuderte ihn mit aller Macht auf eine junge Palmenpflanze.
Da lag sie nun, die junge
Palme. Nicht einmal richtig erwachsen und schon von einem so großen Stein
erschlagen. Sie war unschuldig, sicher, und sie konnte nichts für das Unglück
des Kaufmanns, nichtsdestotrotz schien es mit ihr vorbei zu sein.
Als der Tag
kam und die Sonne die Luft erwärmte, bemerkte die kleine Palme, dass sie trotz
allem noch mit einem einzigen Blatt an die Sonne kam. Und sie beschloss, nicht
aufzugeben. Mit diesem einen Blatt versuchte sie, soviel Licht wie möglich
aufzunehmen. Viel war es nicht. Es reichte nicht zum Überleben.
Also überlegte sie, ob Wasser
ihr helfen würde und trieb ihre Wurzeln tief in die Erde der Oase. Bald, so
hoffte sie, würde sie mehr Wasser aufnehmen können. Es war nicht leicht, es
ging. Und schon bald bemerkte sie, dass ein weiteres Blatt unter dem Stein
hervor kam. Langsam und beharrlich gelang es der kleinen Palme, mehr und mehr
Energie zu bekommen.
Es ging soweit, dass sie beschloss den Stein anzuheben und
ungeachtet ihrer Last zu wachsen. Da sie ihre Wurzeln inzwischen ganz tief in
die Erde gebohrt hatte, bekam sie so viel Wasser, dass sie ungeahnte Kräfte
entwickelte und eines Tages gelang es ihr, tatsächlich den Stein anzuheben.
Gewöhnt an die Last, wuchs sie über die Jahre immer weiter und weiter, bis sie
den Stein, den sie trug, sogar vergaß. Selbst als sie die größte der großen
Palmen in der Oase erreicht hatte, wuchs sie immer weiter. Inzwischen hatten
die Leute sogar angefangen, die Oase nach ihr zu benennen: „Die Oase mit der
großen Palme“ nannten sie sie, weil sie bereits von Weitem die alles
überragende Palme sahen und sich an ihr orientierten.
Eines Tages fegte ein
Sandsturm von so ungeheurer Wucht durch die Wüste, dass alles, was atmen
konnte, verstummte. Und als der Sturm zu der Oase kam, riss er einige der Palmen
einfach mit sich und auch die große Palme bog sich hart im Wind.
Als der Wind
noch stärker wurde flog auch der Stein vom Haupt der Palme und landete ohne
Schaden anzurichten auf den weichen Sand. Da erinnerte sich die große Palme an
den Stein, den sie so lange getragen und inzwischen ganz vergessen hatte.
Und plötzlich wurde ihr bewusst, dass sie ohne diese Last nie so groß und gerade gewachsen wäre.
Hinzugefügt am 14.8.2011
Dankbarkeit
Sei
dankbar, dass du nicht alles hast was du dir wünschst,
was würde sonst noch bleiben um vorwärts zu schauen?
Sei dankbar, dass du nicht alles weißt,
weil du dadurch die Gelegenheit bekommst zu lernen.
Sei dankbar für schwierige Zeiten,
während diesen Zeiten kannst du innerlich wachsen.
Sei dankbar für deine Grenzen,
weil sie dir die Gelegenheit geben Fortschritte zu machen.
Sei dankbar für jede neue Herausforderung,
weil sie deine Stärke und deinen Charakter bilden.
Sei dankbar für deine Fehler,
sie erteilen dir wertvolle Lektionen.
Sei dankbar, wenn du müde und erschöpft bist,
du bekommst dadurch die Gelegenheit auf deinen Körper zu hören.
Es ist einfach dankbar zu sein für die guten Seiten.
Ein Reich erfülltes Leben haben jedoch nur diejenigen,
welche auch dankbar sind für Lernerfahrungen.
Dankbarkeit kann Negatives in Positives umwandeln.
Finde deinen Weg um dankbar zu sein für deine Probleme - deine Lernerfahrung, dann werden sie für dich zum Segen.
Hinzugefügt am 7.8.2011
Eins
mit der Schöpferkraft
In einer Menagerie wurden ein junger Hund und ein junger
Tiger in demselben Käfig großgezogen. Sie wuchsen
zusammen auf, fraßen zusammen, spielten zusammen
und schliefen zusammen in so vollkommener Eintracht,
als ob sie dieselben Eltern gehabt hätten.
Da zu Anfang der Hund größer
war als der Tiger, so warf
er sich zum Herrn und Meister auf, nicht nur bei ihren Spielen,
sondern auch bei allen andern Gelegenheiten.
Mit der Zeit aber übertraf natürlich der Tiger den Hund an
Größe und Stärke, aber der Gewohnheit, sich von ihm
beherrschen zu lassen, war er damit doch nicht entwachsen.
Die Erinnerung an frühere
Gelegenheiten, wo er von den
Zähnen des Hundes gebissen und gezaust worden war,
erhielt ihn in einem bemitleidenswerten Zustand der Furcht
und Unterwerfung.
Obgleich das Tier der Wildnis, hätte es seine Kraft angewandt,
mit Leichtigkeit ein Dutzend solcher Hunde hätte töten können,
konnte es die gewohnte Unterwerfung unter den Genossen der
Kindheit, seinen früheren Herrn und Meister, doch nicht ablegen.
Die meisten unter uns gleichen
diesem Tiger.
Wir haben uns angewöhnt, uns unter Dinge zu beugen,
die keine Macht über uns haben außer der, die unsere
Einbildung ihnen leiht.
Diese Gewohnheit hat uns so lange in der Knechtschaft
gehalten, bis sie ein Teil unseres Wesens geworden ist.
Wir machen uns nicht klar, dass
Etwas in uns ist, das über
das Schicksal zu lachen vermag, etwas viel Gewaltigeres als
die Kraft eines Tigers, etwas, das wir von Gott unserem Vater
geerbt haben, etwas, das uns zum Herrn der Verhältnisse
und aller Dinge im Weltall macht.
Orison Swett Marden
Hinzugefügt am 31.7.2011
Der Krug und die Steine
Ein Zeitmanagementexperte hält einen erlebnisorientierten Vortrag vor einer
Gruppe Studenten, die Wirtschaft studieren.
Er möchte den Studenten einen wichtigen Punkt im unvergesslich
vermitteln.
Als er vor der Gruppe dieser
angehenden Führungskräfte steht, sagt er:
“Okay, Zeit für ein Rätsel.”
Er nimmt einen leeren 5-Liter Wasserkrug mit einer großen Öffnung und stellt
ihn auf den Tisch vor sich. Dann legt er ca. zwölf Faust-große Steine
vorsichtig und einzeln in den Wasserkrug. Als er den Wasserkrug mit den Steinen
bis oben gefüllt hat - und kein Platz mehr für einen weiteren Stein ist, fragt er, ob der Krug jetzt voll ist.
Alle sagen: “Ja!”
Er fragt: “Wirklich?”
Er greift unter den Tisch und holt
einen Eimer mit Kieselsteinen hervor. Einige hiervon kippt er in den Wasserkrug
und schüttelt diesen so, dass sich die Kieselsteine in die Lücken zwischen die
großen Steine setzen.
Er fragt die Gruppe erneut: “Ist der
Krug nun voll?”
Die Antwort: “Wahrscheinlich
nicht!”
“Gut”, antwortet er.
Er greift wieder unter den Tisch und
bringt einen Eimer voll Sand hervor. Er schüttet Sand in den Krug und wiederum
sucht sich der Sand den Weg in die Lücken zwischen den großen Steinen und den
Kieselsteinen.
Anschließend fragt er: “Ist der Krug
jetzt voll?”
“Nein!” rufen alle Studenten.
Noch einmal sagt er: “Gut!”
Dann nimmt er einen mit Wasser gefüllten Krug und gießt das Wasser
in den anderen Krug bis zum Rand.
“Was ist der Sinn meiner Vorstellung?”
Einer hebt seine Hand und sagt:“Es bedeutet, dass egal wie voll auch dein Terminkalender
ist, wenn du wirklich versuchst, kannst du noch einen Termin dazwischen
schieben.”
“Nein!” antwortet der Dozent, “das ist nicht der Punkt“.
Die Moral dieser
Vorstellung ist: Wenn du nicht zuerst mit deinen großen Steinen den Krug
füllst, kannst du sie später
nicht mehr hineinsetzen.
Was sind die großen Steine in eurem Leben?
Eure Kinder, Menschen die ihr liebt,
euer Job, eure Träume, unvergessliche Anlässe, Dinge zu tun, die ihr liebt, Zeit für
euch selbst, eure Gesundheit, eure Lebenspartner?
Wenn du zuerst mit den unwichtigen Dingen beginnst, den Kieselsteinen oder dem Sand, dann füllst du dein Leben mit kleinen Dingen und beschäftigst dich mit Sachen, die keinen Wert haben und du wirst nie die wertvolle Zeit haben, für große und wichtige Dinge, die großen Steine.
Hinzugefügt am 24.7.2011
Eine wundervolle Liste
Eines Tages bat eine Lehrerin ihre Schüler, die Namen aller anderen Schüler der Klasse auf ein Blatt Papier zu schreiben und ein wenig Platz neben den Namen zu lassen. Dann sagte sie zu den Schülern, sie sollten überlegen, was das Netteste ist, das sie über jeden ihrer Klassen-kameraden sagen können und das sollten sie neben die Namen schreiben.
Es
dauerte die ganze Stunde, bis jeder fertig war und bevor sie den Klassenraum
verließen, gaben sie ihre Blätter der Lehrerin.
Am
Wochenende schrieb die Lehrerin jeden Schülernamen auf ein Blatt Papier und
daneben die Liste der netten Bemerkungen, die ihre Mitschüler über den
Einzelnen aufgeschrieben hatten.
Am Montag gab sie jedem Schüler seine oder
ihre Liste.
Schon
nach kurzer Zeit lächelten alle. “Wirklich?”,
hörte man flüstern. “Ich wusste gar
nicht, dass ich irgendjemandem was bedeute” und “Ich wusste nicht, dass mich andere so mögen”, waren die
Kommentare.
Niemand
erwähnte danach die Listen wieder. Die Lehrerin wusste nicht, ob die Schüler
sie untereinander oder mit ihren Eltern diskutiert hatten, aber das machte
nichts aus. Die Übung hatte ihren Zweck erfüllt. Die Schüler waren glücklich
mit sich und mit den anderen.
Einige
Jahre später war einer der Schüler gestorben und die Lehrerin ging zum
Begräbnis dieses Schülers. Die Kirche war überfüllt mit vielen Freunden. Einer
nach dem anderen, der den jungen Mann geliebt oder gekannt hatte, ging am Sarg
vorbei und erwies ihm die letzte Ehre.
Die Lehrerin ging als letzte und betete vor dem Sarg. Als sie dort stand, sagte einer der Anwesenden, die den Sarg trugen, zu ihr:
“Waren Sie Marks Mathelehrerin?” Sie nickte.
Dann
sagte er: “Mark hat sehr oft von Ihnen
gesprochen.”
Nach
dem Begräbnis waren die meisten von Marks früheren Schulfreunden versammelt.
Marks Eltern waren auch da und sie warteten offenbar sehnsüchtig darauf, mit
der Lehrerin zu sprechen.
“Wir wollen Ihnen etwas zeigen”, sagte der Vater und zog eine Geldbörse aus seiner Tasche. “Das wurde gefunden, als Mark verunglückt ist. Wir dachten, Sie würden es erkennen.”
Aus der
Geldbörse zog er ein stark abgenutztes Blatt, das offensichtlich
zusammengeklebt, viele Male gefaltet und auseinander gefaltet worden war. Die Lehrerin
wusste ohne hinzusehen, dass dies eines der Blätter war, auf denen die netten
Dinge standen, die seine Klassenkameraden über Mark geschrieben hatten.
“Wir möchten Ihnen so sehr dafür danken, dass Sie das gemacht haben”, sagte Marks Mutter. “Wie Sie sehen können, hat Mark das sehr geschätzt.”
Alle früheren Schüler versammelten sich um die Lehrerin.
Charlie lächelte und sagte: “Ich habe meine Liste auch noch. Sie ist in der obersten Schublade in meinem Schreibtisch.”
Die Frau von Heinz sagte: “Heinz bat mich, die Liste in unser Hochzeitsalbum zu kleben.”
“Ich habe meine auch noch”, sagte Monika. “Sie ist in meinem Tagebuch.”
Dann
griff Irene, eine andere Mitschülerin, in ihren Taschenkalender und zeigte ihre
abgegriffene und ausgefranste Liste den anderen. “Ich trage sie immer bei mir.” sagte sie und meinte dann: “Ich glaube, wir haben alle die Listen
aufbewahrt.”
Im Zusammenleben mit unseren Mitmenschen vergessen wir oft, dass jedes Leben eines Tages endet und dass wir nicht wissen, wann dieser Tag sein wird. Deshalb sollte man den Menschen, die man liebt und um die man sich sorgt, sagen, dass sie etwas Besonderes und Wichtiges sind.
von Helen P. Mrosla
Hinzugefügt am 17.7.2011
Mit dem Herzen beten....
Paul verbrachte die meiste Zeit im Freien. Er hatte eine große Vorliebe für die Kirche „St. Jakob“ in Paris, an deren Eingangstor er um Almosen bettelte. Die Weinflasche war ihm eine treue Begleiterin und die Leberzirrhose und andere Krankheiten fraßen an ihm. Seine Gesichtsfarbe ließ nichts Gutes ahnen und die Leute dieses Wohnviertels warteten nur noch darauf, dass er von heute auf morgen nicht mehr da wäre, ohne sich jedoch besonders für ihn zu interessieren.
Doch da war eine gute Seele in der Gemeinde, Frau N. Sie war sehr traurig darüber, ihn so schrecklich allein zu sehen und sprach daher öfter mit ihm. Sie hatte bemerkt, dass Paul am Morgen seinen Stammplatz am Eingangsportal eine Zeitlang verließ und in die Kirche ging. Dort setzte er sich auf einen Stuhl in der ersten Reihe, direkt vor dem Tabernakel. Einfach so...scheinbar, ohne etwas zu tun.
Eines Tages fragte ihn Frau N.: "Ich habe gesehen, dass du oft in die Kirche gehst. Was machst du denn, wenn du eine Stunde dort sitzt, einfach so, ohne etwas zu tun? Du hast weder einen Rosenkranz noch ein Gebetbuch, und manchmal nickst du nur ein bisschen ein. Was machst du da? Betest du?"
"Wie soll ich denn beten können! Seit der Zeit, als ich noch klein war und in den Religionsunterricht ging, habe ich alle Gebete vergessen. Ich kann keins mehr! Was ich da mache? Das ist ganz einfach: Ich gehe zum Tabernakel, dort wo Jesus ganz allein in seinem Häuschen wohnt, und sage zu ihm: "Jesus, ich bin's, Paul! Ich komme Dich besuchen!" und dann bleibe ich noch ein bisschen, damit halt jemand da ist". Frau N. bringt keinen Ton heraus. Sie vergisst nicht, was sie gerade gehört hat. Die Tage vergehen, einer gleicht dem anderen.
Aber, was kommen musste, kam: Eines Tages war Paul vom Eingangsportal verschwunden.
War er krank? Vielleicht gestorben? Sie erkundigt sich und findet seine Spur im Krankenhaus wieder. Sie geht ihn besuchen. Dem armen Paul geht es sehr schlecht, er hängt an vielen Schläuchen und hat diese für Sterbende typische graue Gesichtsfarbe. Die ärztliche Prognose könnte nicht schlechter sein. Am nächsten Tage kommt Frau N. wieder und ist schon darauf gefasst, die traurige Nachricht zu bekommen. Aber nein! Paul sitzt ganz aufrecht in seinem Bett, ist frisch rasiert, hat einen lebendigen Blick und sieht völlig verwandelt aus! Ein Ausdruck unbeschreiblichen Glücks strahlt aus seinem leuchtenden Gesicht. Madame N. reibt sich die Augen...Doch, er ist es wirklich!
"Paul, das ist
unglaublich, du bist ja auferstanden! Du bist nicht mehr derselbe, was ist nur
mit dir passiert?"
"Na ja, es war heute Morgen, da ging es mir gar
nicht gut; dann habe ich plötzlich jemand hier am Fußende meines Bettes stehen
sehen.
Er war unbeschreiblich schön...Das kannst du dir gar nicht vorstellen!
Er lächelte mich an und sagte:
"Paul! Ich bin's, Jesus! Ich komme dich besuchen!"
Hinzugefügt am 10.7.2011
Ein schwerer Weg
Ein
junger Mann kam zum Meister und berichtete ihm von seinen Erlebnissen.
"Im
Himalaja traf ich einen weisen, alten Mann, der in die Zukunft sehen kann.
Diese Kunst lehrte er auch seinen Schülern." sprach er voller
Begeisterung.
"Das
kann jeder." sprach der Meister ruhig.
"Mein Weg ist viel
schwieriger."
"Wirklich?"
fragte der junge Mann.
"Wie ist Euer Weg, Herr?"
"Ich bringe den Menschen bei, die Gegenwart zu sehen."
Hinzugefügt am 3.7.2011
Vergeben können
Zwei Freunde wanderten durch die Wüste. Irgendwann auf ihrer Reise fingen die zwei Freunde an zu streiten und der eine Freund gab dem anderen eine Ohrfeige.
Der Freund, von der Ohrfeige zutiefst verletzt, sagte nichts dazu und schrieb nur in den Sand: „Heute hat mir mein Freund eine Ohrfeige gegeben“ …
Sie gingen weiter, bis sie schließlich zu einer Oase kamen, in der sie baden wollten. Der zuvor schon Geohrfeigte wäre dabei fast ertrunken, hätte sein Freund ihn nicht gerettet.
Als er sich schließlich wieder erholt hatte, gravierte er in einen Stein: „Heute hat mir mein Freund das Leben gerettet.“
Der andere wunderte sich und fragte: „Warum hast du in den Sand geschrieben, als ich dich geschlagen habe, und nun schreibst du auf einen Stein?“
Der Freund lächelte und antwortete:
„Wenn ein Freund uns verletzt, sollten wir es in den Sand schreiben, wo der
Wind der Vergebung es wieder auslöschen kann.
Aber wenn uns etwas wirklich Schönes widerfährt, dann sollten wir es in einen
Stein gravieren, in die Erinnerung des Herzens, von wo es nicht mehr
verschwinden kann.“
Lerne, in den Sand zu schreiben und dem Wind der Vergebung die Chance zu geben, Enttäuschungen und Verletzungen wieder vergessen zu machen.
Hinzugefügt am 26.6.2011
Gott kommt zu Besuch
Ein Mann erfuhr, dass Gott zu ihm kommen wollte. Da wurde er schrecklich nervös.
„Zu mir?" rief er. „In mein Haus?"
Und er rannte in alle Zimmer, er lief die Treppen rauf und runter, er kletterte zum Dachboden hinauf, er stieg in den Keller hinab – und sah sein Haus mit anderen Augen.
„Unmöglich!" jammerte er. „In diesem Dreckstall kann ich keinen Besuch empfangen, schon gar nicht Gott! Alles voller Gerümpel. Kein Platz zum Ausruhen. Keine Luft zum Atmen."
Also riss er alle Fenster und Türen auf und rief hinaus: „Brüder, Freunde, Leute! Helft mir aufräumen – irgendjemand, bitte! Aber schnell!"
Er macht sich sofort daran, sein Haus zu putzen. Durch die dicken Staubwolken sah er, dass ihm tatsächlich jemand zu Hilfe gekommen war, worüber der Mann mehr als dankbar war. Sie schleppten gemeinsam das Gerümpel hinter das Haus, schlugen es klein und verbrannten es. Sie schrubbten die Treppen und Böden. Sie brauchten viele Kübel Wasser, um die Fenster zu putzen. Und noch immer klebte der Dreck an allen Ecken und Enden.
„Das schaffen wir nie!" schnaufte der Mann.
„Doch, das schaffen wir." sagte der andere.
Sie plagten sich den ganzen Tag. Und tatsächlich waren sie spät am Abend fertig. Sie gingen in die Küche und der Mann deckte den Tisch.
„So" sagte er, „jetzt kann er kommen, mein Besuch! Jetzt kann Gott kommen. Wo er nur bleibt?"
„Aber ich bin ja da." sagte der andere und setzte sich an den Tisch. „Komm, und iss mit mir."
Hinzugefügt am 19.6.2011
Das innere Kind
An diesem Morgen werde ich dich anlächeln,
wenn ich in den Spiegel schaue.
An diesem Morgen werde ich dir sagen, wie perfekt du bist.
An diesem Morgen werde ich die schmutzige Wäsche liegen lassen und mit Dir in den Park gehen.
An diesem Nachmittag werde ich nicht ans Telefon gehen,
sondern mit Dir im Garten liegen.
An diesem Nachmittag werde ich mit Dir Eis essen gehen.
An diesem Nachmittag werde ich dir zeigen, wie schön das Leben sein kann.
An diesem Abend werde ich Dich in den Armen halten und Dir erzählen, wie Du geboren wurdest und wie sehr ich Dich liebe.
An diesem Abend werde ich Dich in der Badewanne entspannen lassen.
An diesem Abend werde ich mich ganz nah zu Dir kuscheln und wir zählen die Sterne.
Dann werde ich mich bei Gott für dich bedanken.
Hinzugefügt am 12.6.2011
Die Geschichte von der traurigen Traurigkeit
Es war eine kleine Frau, die den staubigen Feldweg entlang kam. Sie war wohl schon recht alt, doch ihr Gang war leicht, und ihr Lächeln hatte
den frischen Glanz eines unbekümmerten Mädchens. Bei einer
zusammengekauerten Gestalt blieb sie stehen und sah hinunter. Sie konnte nicht viel erkennen.
Das Wesen, das da im Staub des Weges saß, schien fast körperlos. Es
erinnerte an eine graue Flanelldecke mit menschlichen Konturen. Die
kleine Frau bückte sich ein wenig und fragte: "Wer bist du?"
Zwei fast leblose Augen blickten müde auf.
"Ich?
Ich bin die Traurigkeit", flüsterte die Stimme stockend und so leise, dass
sie kaum zu hören war.
"Ach die Traurigkeit!" rief die kleine Frau erfreut aus, als würde
sie
eine alte Bekannte begrüßen.
"Du kennst mich?" fragte die Traurigkeit misstrauisch.
"Natürlich kenne ich dich! Immer wieder einmal hast du mich ein Stück
des Weges begleitet."
"Ja aber...", argwöhnte die Traurigkeit, "warum flüchtest du
dann nicht
vor mir? Hast du denn keine Angst?"
"Warum sollte ich vor dir davonlaufen, meine Liebe? Du weißt doch selbst nur zu gut, dass du jeden Flüchtigen einholst. Aber, was ich dich fragen will: Warum siehst du so mutlos aus?"
"Ich.....ich bin traurig", antwortete die graue Gestalt mit brüchiger
Stimme.
Die kleine, alte Frau setzte sich zu ihr.
"Traurig bist du also", sagte sie und nickte verständnisvoll mit dem
Kopf. "Erzähl mir doch, was dich so bedrückt."
Die Traurigkeit seufzte tief. Sollte ihr diesmal wirklich jemand zuhören
wollen? Wie oft hatte sie sich das schon gewünscht.
"Ach, weißt du", begann sie zögernd und äußerst verwundert, "es
ist so,
dass mich einfach niemand mag. Es ist nun mal meine Bestimmung, unter die Menschen zu gehen und für eine gewisse Zeit bei ihnen zu verweilen.
Aber wenn ich zu ihnen komme, schrecken sie zurück. Sie fürchten sich
vor mir und meiden mich wie die Pest." Die Traurigkeit schluckte schwer.
Sie haben Sätze erfunden, mit denen sie mich bannen wollen.
Sie sagen:
„Papperlapapp, das Leben ist heiter“. Und ihr falsches Lachen führt zu
Magenkrämpfen und Atemnot.
Sie
sagen:
"Gelobt sei, was hart macht“. Und dann bekommen sie Herzschmerzen.
Sie sagen: „Man muss sich nur zusammenreißen“. Und sie spüren das Reißen in den
Schultern und im Rücken.
Sie sagen:
„Nur Schwächlinge weinen“. Und die aufgestauten Tränen sprengen fast
ihre Köpfe.
Oder
aber sie betäuben sich mit Alkohol und Drogen, damit sie mich nicht fühlen
müssen."
"Oh ja", bestätigte die alte Frau, "solche Menschen sind mir
schon oft
begegnet."
Die Traurigkeit sank noch ein wenig mehr in sich zusammen.
"Und dabei will ich den Menschen doch nur helfen. Wenn ich ganz nah bei ihnen bin, können sie sich selbst
begegnen. Ich helfe ihnen, ein Nest zu bauen, um ihre Wunden zu pflegen.
Nur wer
die Trauer zulässt und all die nicht geweinten Tränen weint,
kann
seine Wunden wirklich heilen.
Doch die Menschen wollen gar nicht, dass ich ihnen dabei helfe.
Stattdessen schminken sie sich ein grelles Lachen über ihre Narben.
Oder sie legen sich einen dicken Panzer der „Bitterkeit“ zu."
Die Traurigkeit schwieg. Ihr Weinen war erst schwach, dann stärker und
schließlich ganz verzweifelt. Die
kleine, alte Frau nahm die zusammengesunkene Gestalt tröstend in ihre Arme. Wie weich und sanft sie sich anfühlt, dachte sie und streichelte zärtlich das zitternde Bündel.
"Weine nur, Traurigkeit", flüsterte sie liebevoll, "ruh dich
aus, damit
du wieder Kraft sammeln kannst. Du sollst von nun an nicht mehr alleine
wandern. Ich werde dich begleiten, damit die „Mutlosigkeit“ dich nicht einholt."
Die Traurigkeit hörte auf zu weinen. Sie richtete sich auf und
betrachtete erstaunt ihre neue Gefährtin: "Aber...aber - wer bist
du eigentlich?"
"Ich?" sagte die kleine, alte Frau schmunzelnd, und dann lächelte sie
wieder so unbekümmert wie ein kleines Mädchen.
"Ich bin die Hoffnung."!
Hinzugefügt am 4.6.2011
Es war einmal ein Engel
Es war einmal ein Engel, der zur Erde
kam, um den Menschen und seine Welt kennen zu lernen.
Die Schönheit der Welt überwältigte ihn. Er sah die sonnigen Gipfel und dunklen
Wälder, der singende Wind und die regenbogenfarbigen Täler. Die Erde war vom
Tau geküsst, der Boden roch nach Leben, die Pflanzen erstrahlten in stillem
Glanz und die Tiere waren wild und sanft. Überall sah er nur Schönheit.
Als er den Menschen traf, war er voller Ehrfurcht, denn er hörte die Musik des menschlichen Herzens und das Lied der menschlichen Seele. Er verliebte sich zutiefst in das Mysterium des Menschen.
Bald war seine Zeit vorüber, er musste wieder zurück und hatte Tränen in den Augen. Er fühlte sich so unglaublich bereichert - durch dieses Abenteuer auf der Erde, dass er aus einfacher Freude heraus einigen von uns auf ihrem Weg helfen wollte. Da sah er vier Menschen miteinander gehen und sagte ihnen, sie hätten einen Wunsch frei
Der erste
sagte: "Ich habe unaufhörlich nach der göttlichen Wahrheit gesucht. Ich
habe mich abgestrampelt, gekämpft, abgestrampelt und wieder gekämpft. Gib mir
spirituellen Frieden."
"Aber sich zu bemühen ist eine der
Freuden des Lebens," sagte der Engel und verstand dessen Wunsch nicht.
Nachdem der Mensch, aber auf dem Wunsch bestand, verwandelte der Engel ihn in
eine Kuh, die auf einer ruhigen Weide völlig zufrieden Gras kaute.
Ein wenig
verstört wendete sich der Engel dem zweiten Menschen zu. "Gott ist rein
aber ich bin es nicht," sagte dieser. "Bitte befreie mich von allen
Unreinheiten, von jeder Leidenschaft, Gefühlen und Sehnsüchten."
"Aber ist das nicht die Quelle des
Lebens?" fragte der Engel.
"Aber ich will nicht leben, ich will Reinheit!" Der zweite Mensch
bestand darauf und eine halbe Sekunde später verschwand er in einen entfernten
Tempel als Marmorstatue.
Der dritte Mensch sagte: "Mache mich perfekt. Weniger als das kommt für mich nicht in Frage." Er verschwand und tauchte auch nicht mehr auf, denn nichts auf der Erde ist perfekt oder kann es jemals sein.
Der Engel
wendete sich an den vierten Menschen. "Was ist dein Wunsch?" "Ich habe keinen," antwortete der
glückliche Mensch. "Keinen Wunsch?" "Nein, ich möchte nur ganz und gar menschlich sein und lebendig."
Eine schon fast erloschene Freude, begann im Engel wieder hoch zu keimen. Er
schaute liebevoll auf den gesegneten Menschen, lehnte sich über ihn und umarmte
ihn in tiefer Liebe.
Der vierte Mensch ging weiter auf seinem Weg und sang von der Schönheit - Mensch
zu sein.
Er tanzte aus Lebensfreude.
Als der
Engel von Gott gefragt wurde, welchen Wunsch er noch habe, sagte dieser:
"Schicke mich zurück zur Erde und mache mich wie diesen vierten
Menschen."
Lasse dies auch dein Wunsch sein.
Hinzugefügt am 29.5.2011
Deine Welt
Die Welt ist dein Spiegel.
Alles, was du siehst, bist du selbst.
Alles, was du siehst, ist das, was du zu sein glaubst.
Du siehst, wie sowohl deine Liebe als auch deine
Dunkelheit sich in einem unendlichen Film vor dir entfalten.
Alles, was du tust, tust du dir selbst an.
Jeden Angriff, den du führst, führst du gegen dich selbst.
Verurteile, und du sperrst dich selbst ein.
Dein Angriff gegen einen anderen Menschen ist Schattenboxen
gegen das, was du an dir selbst nicht ausstehen kannst.
Deine Welt zeigt dir alle Schichten deines Geistes.
Buddha sagte: „Es ist dein Geist, der die Welt erschafft.“
Wenn du die Welt verändern möchtest, dann höre auf,
die Projektionen auf der Leinwand verändern zu wollen.
DU musst den Film verändern, den du drehst,
denn anderenfalls wirst du nicht erfolgreich sein.
Getrennt zu sein ist es gewiss nicht wert,
den Himmel dafür zu verlieren.
Es ist an der Zeit, der Welt zu vergeben und nach Hause
zu gehen.
Um die Welt zu reinigen, musst du die Verschmutzung in dir selbst reinigen. Heute ist es an der Zeit, den Spiegel deines Geistes zu reinigen, damit die Schönheit sichtbar werden kann.
Segne deine Welt, und segne dich selbst.
Jedes Mal, wenn du gibst, wird dir gegeben.
Vergib allen, und du bist befreit.
Wenn du heil wirst, dann wird deine Welt von Frieden
erfüllt und frei sein.
Wenn du vergibst, dann siehst du eine durch Gnade verwandelte Welt.
Eine lichtvolle Welt verbirgt sich hinter dem, was du
geschaffen hast.
Vergraben unter dem, was du aus dir gemacht hast,
strahlt ein erhabenes von Liebe erfülltes Licht.
Dieses Licht leuchtet immer, und es wartet darauf, dass du dich erinnerst. Es ist an der Zeit, dass du dir vergibst und dich selbst entlässt, um die Welt von Qual und Folter zu befreien.
Deine Welt zeigt Knechtschaft und Verbundenheit.
Alles hängt von deiner Antwort ab.
Du könntest den Himmel auf die Erde bringen.
Erwache heute für die Felder des Lichts.
In dem Maße, in dem du sie in dir selbst entdeckst,
siehst du ihr Spiel in dir selbst und in allen Menschen für alle Zeit.
Verfasser Unbekannt
Hinzugefügt am 22.5.2011
Die Weisheit des Universums
Vor langer Zeit überlegten die Götter, dass es sehr schlecht wäre, wenn die Menschen die Weisheit des Universums finden würden, bevor sie tatsächlich reif genug dafür wären. Also entschieden die Götter, die Weisheit des Universums so lange an einem Ort zu verstecken, wo die Menschen sie solange nicht finden würden, bis sie reif genug sein würden.
Einer der Götter schlug vor, die Weisheit auf dem höchsten Berg der Erde zu verstecken. Aber schnell erkannten die Götter, dass der Mensch bald alle Berge erklimmen würde und die Weisheit dort nicht sicher genug versteckt wäre. Ein anderer schlug vor, die Weisheit an der tiefsten Stelle im Meer zu verstecken. Aber auch dort sahen die Götter die Gefahr, dass die Menschen die Weisheit zu früh finden würden.
Dann äußerte der weiseste aller Götter seinen Vorschlag: “Ich weiß, was zu tun ist. Lasst uns die Weisheit des Universums im Menschen selbst verstecken. Er wird dort erst dann danach suchen, wenn er reif genug ist, denn er muss dazu den Weg in sein Inneres gehen.” Die anderen Götter waren von diesem Vorschlag begeistert und so versteckten sie die Weisheit des Universums im Menschen selbst.
Hinzugefügt am 15.5.2011
Drei Siebe
Ganz
aufgeregt kam einer zum weisen Sokrates gelaufen:
„Höre, Sokrates, das muss ich dir erzählen, wie dein Freund...“
„Halt ein!“ unterbrach ihn der Weise.
„Hast du das, was du mir erzählen willst, durch die drei Siebe gesiebt?“
„Drei Siebe?“ fragte der andere verwundert.
„Ja, drei Siebe. Das erste Sieb ist die
Wahrheit. Hast du alles, was du mir erzählen willst, geprüft, ob es wahr
ist?“
„Nein, ich
hörte es erzählen.“
„So, so. Aber sicher hast du es mit dem zweiten Sieb geprüft, es ist die Güte. Ist, was du mir erzählen
willst, wenn schon nicht als wahr erwiesen, so doch wenigstens gut?“
„Nein, das
ist es nicht, im Gegenteil.“
Der Weise unterbrach ihn: „Lass uns auch
noch das dritte Sieb anwenden und fragen, ob
es notwendig ist, mir das zu erzählen, was dich so erregt.“
„Notwendig nun gerade nicht.“
„Also“, lächelte der Weise,
„wenn
das, was du mir erzählen willst, weder wahr noch gut noch notwendig ist, so
lass es begraben sein und - belaste dich
und mich nicht damit!“
Hinzugefügt am 8.5.2011
Ein gutes Urteil
Der ehemalige New Yorker Bürgermeister
La Guardia vertrat manchmal den Polizeirichter.
Eines kalten Wintertages führte man
ihm einen abgerissenen, alten Mann vor.
Er hatte aus einer Bäckerei ein Brot gestohlen.
In der Vernehmung gab der Mann den Diebstahl zu und gab an, er habe das Brot nur gestohlen, weil seine Familie am Verhungern sei.
Der Bürgermeister sprach das Urteil, denn das Gesetz erlaubte keine Ausnahme.
So verurteilte er den armen Mann zur Zahlung von zehn Dollar.
Aber dann wandte er sich an die
Zuhörer im Gerichtssaal, und zu ihrer Überraschung sagte La Guardia:
“Und nun verurteile ich jeden Anwesenden im Gerichtssaal zu einer Geldbuße von fünfzig Cent, und zwar dafür, dass er
in einer Stadt lebt, in der ein Mann ein Brot stehlen muss, um seine Familie vor dem Hungerstod zu
bewahren.
Herr Gerichtsdiener, kassieren Sie die Geldstrafen sogleich und übergeben
Sie sie dem Angeklagten“!
Der Hut machte nun die Runde, und der
alte Mann konnte mit fast 50 Dollar in der Tasche den Gerichtssaal verlassen.
Ein gutes Urteil, dass uns an unsere Verantwortung füreinander erinnert.
Bevor wir einander richten und verurteilen, anklagen oder bestrafen, wollen wir füreinander einstehen und miteinander teilen.
Hinzugefügt am 1.5.2011
Achte auf deine Worte
Einst hatte
eine Frau über ihren alten Pfarrer eine hässliche Verleumdungsgeschichte
aufgebracht, die schnell durch die ganze Gemeinde flog und weit über ihre
Grenzen hin Unheil anrichtete. Als die Frau bald darauf schwer krank wurde,
bereute und bekannte sie ihre Lügen.
Nach ihrer Genesung ging sie zum Pfarrer und bat ihn um Verzeihung. „Gewiss
verzeihe ich dir gern“, sagte der alte Pfarrer freundlich, „weil du mir damals
so weh getan hast, möchte ich dich jetzt um einen Gefallen bitten!“
„Gern“, rief die Frau erleichtert.
„Geh heim und schlachte ein Huhn und rupfe ihm alle Federn aus, auch die
kleinsten, und verliere keine davon. Dann lege die Federn in einen Korb und
bringe sie zu mir.“
Die Frau dachte, dass es sich um einen alten Brauch handele, und tat, wie ihr
geheißen war. Nach kurzer Zeit kam sie mit dem Körbchen voller Federn wieder
zum Pfarrer. „So“, sagte dieser, „jetzt geh langsam durch das Dorf und streue
alle drei Schritte ein wenig von den Federn aus, dann steig auf den
Kirchenturm, wo die Glocken hängen, und schütte den Rest dort oben auf das Dorf
hinab. Dann komm wieder zu mir!“
Die Frau war nach einer Stunde wieder mit dem leeren Korb beim Pfarrer.
„Schön“, meinte er freundlich, „jetzt gehe durch das Dorf und sammle alle die
ausgestreuten Federn wieder in dein Körbchen, aber sieh zu, dass keines fehlt!“
Die Frau starrte den Pfarrer erschrocken an und sagte: „Das ist unmöglich! Der
Wind hat die Federn in alle Richtungen zerstreut.“
„Siehst du, so ist es auch mit deinen bösen Worten gegangen. Wer kann sie
wieder einsammeln und zurücknehmen und ihre Wirkung ungeschehen machen? Denke
an die kleinen schwarzen Federn, bevor du Worte zerstreust!“
So ist es mit vielen Geschichten gegangen, die wir über andere Menschen weitererzählt
haben: Kleine Federn, die der Wind verweht. Wer kann sie wieder einsammeln und
zurücknehmen?
Wähle deine Worte immer mit bedacht und in Achtsamkeit.
Hinzugefügt am 22.4.2011
Das Holzkreuz - eine Ostergeschichte
Auf dem Kalender steht das Jahr 1978. Mirco ist 15 Jahre alt, hat eine
Jugoslawische Mutter und einen Vater, der Schweizer ist. Vor drei Jahren hat
der Vater sie verlassen. Eine andere Frau hat ihm seinen Vater geklaut. Doch
das ist weit weg.
Vor einem Monat standen sie am Grab des Vaters: Er hatte einen schweren
Töffunfall nicht überlebt und diese andere Frau schwebte in Lebensgefahr. Es
ging ihr eine Zeitlang besser, aber jetzt war sie erneut auf die
Intensivstation verlegt worden.
An der Beerdigung konnte er nicht weinen. Er war wie aus Stein. Sein Vater war schon drei Jahre weg - er konnte nicht um ihn weinen. Nur etwas konnte er nicht vergessen: Sein Lehrer, der auch zur Beerdigung gekommen war, wischte sich am Grab seines Vater Tränen ab. Das hatte ihn merkwürdig berührt.
Vor einem Jahr war er aus der Sekundarschule geflogen. Der jetzige Reallehrer war ganz anders. Die Mutter hatte ihm beim Abstufungsgespräch gesagt, dass sie geschieden sei. Mirco hatte immer wieder den Eindruck, dass sich der Lehrer dafür interessiert, wie es ihm geht. Das ärgerte ihn - aber tief im Herzen, unter allem Trotz und aller Wut, berührte ihn diese zurückhaltende Anteilnahme des Lehrers.
Letzthin schrieb Mirco einen Aufsatz über schnelle Töffs. Im Aufsatzgespräch, welches der Lehrer immer mit jedem einzelnen Schülern durchführte, lud ihn der Lehrer ein: "Über das Osterwochenende mache ich eine Töfftour. Wenn du willst, kannst du am Mittwoch meine Motoguzzi reinigen und dein Taschengeld ein wenig aufbessern."
Als Mirco
den Boliden polierte, überkam ihn eine unglaublich Lust, mit seinen schweren
Schuhen auf den Töff einzuschlagen. Irgendwie war es Hass und trotzdem
unglaubliche Faszination. Nach getaner Arbeit fragte der Lehrer: Möchtest du
mal eine Runde drehen? - Mirco's Augen leuchten. Und schon ging's los. 1978 gab
es in der Schweiz noch keine Helmtragepflicht und innerorts durfte man 60
Kilometer pro Stunde fahren. Und so donnerte der Zweizylinder mit dem Lärm
eines Maschinengewehrs über die Straßen. Als der Lehrer beim Grünlicht
raketenhaft startete, überfiel Mirco eine unglaubliche Todesangst. Nach ein
paar Sekunden tanzte die Tachonadel um 100 rum.
So musste sein Vater gestorben sein.
Doch merkwürdig - stolz und überglücklich stieg er vom Motorrad - es war eine Begegnung mit seinem Vater. Sein Entschluss stand fest: Ich fahren auch einmal Töff!
Einige Tage später war es Ostersonntag. Seit dem Tod des Vaters, besuchte die Mutter oft die Kirche. Als sie vom Oster-Gottesdienst nach Hause kam, sagte ihr Gesichtsausdruck ihm, dass sie irgendetwas erlebt hatte - aber sie blieb still, wie immer. Der Osternachmittag war langweilig. Alle Freunde waren weg. Mirco hing mit dem Walkmen herum.
Am Abend platzte die Mutter heraus: "Nach Ostern besuche ich die Freundin deines Vaters im Spital und ich möchte, dass du auch mitkommst!" - Mirco wütete: "Ich hasse sie! Ich komme nicht mit!"
Es nützt nichts, der Dienstag kommt. Heute ist Dienstag. Im Spital nehmen sie das Treppenhaus. Vier Stockwerke sind es. Die Mutter ist eine ganze Treppe voraus. Jeder Tritt ist ein Berg. Mirco's Herz ist hart. Wie soll er dieser Frau begegnen, die ihm sein Vater geklaut hat? Was soll er sagen, das ist doch peinlich!
Sie kommen vor die verschlossene Tür der Intensivstation. Nur Verwandte dürfen hier Besuche machen. Das wussten sie nicht. Ratlos stehen sie da.
In diesem Moment geht die Lifttür auf und Mirco's Lehrer steht vor ihnen. Alle sind überrascht und fragen gegenseitig: Was machen sie denn hier? - Der Lehrer antwortet: Ich weiss, weshalb ihr hier seid. Kommt wir setzen uns in den Aufenthaltsraum, damit wir reden können.
Mitten in dieser Raucherhöhle des Spitals erfährt Mirco nun ein nie erahntes Geheimnis: "Mirco, die Frau, die ihr besuchen wollt, ist meine Schwester. Sie hat deinen Vater vor einigen Jahren kennengelernt. Als du vor einem Jahr in meine Klasse gewechselt hast, habe ich das bald herausgefunden und als wir vor einem Monat am Grab deines Vaters standen, habe ich mit euch getrauert."
Bei Mirco laufen wie im Film die letzten Monate durch. Auf einmal versteht er, weshalb der Lehrer ihm auf diese Weise begegnet ist. Schon verrückt - diese ganze Geschichte, denkt er.
Dann stehen sie am Bett der schwer verletzten Frau. Sie kann nur ganz leise flüstern. Aber sie erkennt die Situation auf Anhieb. "Es tut mir so leid!" Tränen kullern ihr aus den Augen, laufen ihr über die Wangen. Sie kann sie nicht abwischen. Nochmals ganz schwach: "Es tut mir so leid!" Die Tränen werden zu einem kleinen Bach. Sie ist erschöpft, schließt die Augen. Niemand kann sprechen.
Doch plötzlich reißt sie die Augen weit auf, versucht die Hand von Mirco's Mutter zu nehmen und sagt einfach "Bitte!" "Bitte!"
Mirco's
Mutter weiß seit dem Oster-Gottesdienst, weshalb sie diesen Besuch machen will.
Sie
will vergeben.
In gebrochenem
Deutsch flüstert sie: Im Gottesdienst an Karfreitag, habe ich erlebt, wie Jesus
Christus für unsere Sünden gestorben ist.
Jesus
sagte zu mir:
Vergib ihr! Hasse sie nicht länger!
aber ich konnte noch nicht kommen.Ich hatte keine Kraft. An Ostern im Gottesdienst da war es mir, als würde ich
wie die Maria am Grab den lebendigen Jesus sehen. Ich habe diese Kraft von Gott
gespürt. - Deshalb bin ich jetzt hier und bringe ihnen dieses kleine Holzkreuz
mit. Gott hat mir gesagt, dass ich ihnen vergeben soll.
Deshalb sage ihnen das aus tiefstem Herzen jetzt:
"Ich
vergebe ihnen - und ich vergebe auch meinem Mann".
Mirco steht am Fußende des Krankenbettes und musste sich mit beiden Händen festhalten. In ihm dreht sich alles. Er sieht, wie der Lehrer die Tränen abwischt, wie damals am Grab. Und plötzlich spürt er, wie seine eigenen Hände nass werden. Er merkt: Ich weine ja! Aber irgendwie schämt er sich nicht. Er sieht, wie seine Mutter, das kleine Holzkreuz in die Hände von Lisa legt - so heißt die Freundin seines Vaters. Sie liegt mit offenen verweinten Augen und einem strahlenden Gesicht da. Irgendwie scheint sie ihm auf einmal so lebendig, ganz anders, als vorher, wo sie wie halbtot im Bett lag.
Mirco hört den Lehrer beten: Vater, unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Gib uns unser tägliches Brot. Vergib uns unsere Sünden, so wie wir denen vergeben, die an uns schuldig geworden sind...
Mehr hört er nicht mehr. Fluchtartig verlässt er das Zimmer, rennt aus dem Spital, rennt und rennt. Ganz allein irgendwo im Wald wirft er sich zu Boden und schreit laut ins nasse Laub. Der Schmerz der letzten Jahre bricht aus ihm heraus, der Schmerz des verlorenen Vaters, des Todes, der ganzen Sehnsucht nach Geborgenheit und Liebe und Vorbild. Er vermisst seinen Helden auf dem Motorrad. Hier auf diesem Waldboden stirbt vieles in ihm drin und er stirbt mit. Alles Leid kann aus ihm herausströmen. All das Tote wird heraus geschwemmt.
Im April ist es auf dem Waldboden kalt. Aber ihn durchzieht eine Wärme, wie er sie noch nie gekannt hat. Von innen her. Lange liegt er hier, das Schluchzen verebbt. An einem Weidezaun findet er eine Schnurr und bindet zwei Stecken zu einem Kreuz zusammen. Am Waldrand wärmt die Frühlingssonne seine Seele. Sicher zwei Stunden sitzt er da. Mit dem Kreuz in den Händen flüstert er immer und immer wieder: Unser Vater im Himmel, geheiligt werde dein Name, dein Reich komme. Gib uns unser tägliches Brot. Vergib uns unsere Sünden, so wie wir denen vergeben, die an uns schuldig geworden sind. Vergib mir, so wie ich Lisa, Vater und Mutter vergebe...
Langsam schlendert er nach Hause. Er spürt, wie Jesus neben ihm geht. So leicht, so neu, so erfüllt, so froh ist sein Herz. Noch nie hat er so etwas gefühlt. Noch nie hat er Gott so geliebt.
Mutter ist
nicht Zuhause. Er reißt die Poster über seinem Pult hinunter und hängt das große
Kreuz so auf, dass er es immer vor Augen hat.
"Ich
lebe - Dienstag, 11. April 1978!"
schreibt er auf einen Zettel und hängt ihn ans Kreuz.
Dreieinhalb Jahre später, am ersten Tag nach der bestandenen Töffprüfung, fährt der 18 Jährige mit seiner wassergekühlten Occassion-125iger-Yamaha zum Friedhof. Er hat sein Kreuz bearbeitet und gut lackiert, damit es wetterfest bleibt. Vor dem Grabstein seines Vaters macht er ein Loch in die Erde und gräbt sein Kreuz gut ein.
Lange Jahre
fragten sich Besucher auf diesem Friedhof, weshalb vor dem Grabstein dieses
einfache Holzkreuz stand.
Nur wer sich wirklich hinunter beugte sah, dass auf dem Kreuz ganz fein
eingeritzt war:
Danke, Vater - dein Mirco!
Hinzugefügt am 17.4.2011
Der Blinde und der Regenbogen
Wir bewunderten alle den Regenbogen.
Da
fragte uns der Blinde, der bei uns war und den wir in unserer Begeisterung ganz
vergessen hatten:
„Was ist ein Regenbogen?“
Betroffen standen wir da.
Schließlich nahm ich allen Mut zusammen und setzte mich neben ihn:
„Ein Regenbogen ist wie der Rahmen eines riesigen Tors das in ein Schloss
führt. Er berührt die Erde an zwei Stellen und mit seiner runden Spitze berührt
er den Himmel. Gott hat ihn geschaffen als Zeichen des Friedens. Deswegen kann
kein Mensch solange er lebt durch diesen Bogen hindurchgehen, weil niemand ganz
mit sich selbst und mit seinen Mitmenschen in Frieden lebt.“
„Gut, sehr gut.“ antwortete der Blinde, „aber das war nicht der Grund, warum
ihr so begeistert ward. Da muss es noch mehr geben.“
„Ja.“ ich zögerte. „Der
Regenbogen hat sieben Farben.
“Der Blinde ließ mir lange Zeit zum Nachdenken
und als ich endlich sprach konnte ich spüren wie aufmerksam er mir zuhörte.
Rot – ist die Farbe der Liebe. Der rote Bogen will uns daran erinnern, dass es
nicht nur hier auf Erden Menschen gibt, sondern auch im Himmel und dass all
diese Menschen miteinander in Verbindung stehen – durch die Liebe.
Rot ist wenn Dich jemand liebend umarmt.
Gelb – ist Gott und alles Himmlische. Der gelbe Bogen erinnert uns, dass das
Himmlische nicht nur im Himmel ist, sondern dass Gott in jedem Augenblick
unseres Lebens bei uns ist.
An den beiden Orten wo der Bogen die Erde berührt steht jeweils ein Topf voll
Gold: Nicht irdisches Gold, sondern die himmlischen Schätze, wie Weisheit,
Vertrauen, Freude und Vieles mehr. Aber wie wir nicht durch den Bogen gehen
können so können wir auch diese Berührungspunkte nicht erreichen. Aber Gottes
Geist bläst oft in diese Töpfe, so dass all diese Schätze über die ganze Erde
schweben und wenn Du aufmerksam bist, kannst Du einen von ihnen einfangen.
Gelb ist wenn Du von Gott beschenkt wirst oder himmlische Mächte Dich behüten
und beschützen.
Blau – die Farbe der Treue bedeutet, dass Gott in unerschütterlichen Treue zu
uns hält.
Blau ist wenn Du in all Deinen Sorgen und Nöten einen Menschen hast der treu zu
Dir hält.
Orange – besteht aus Rot, dem menschlichen Herzen und Gelb, dem Himmlischen.
Gott wendet sich jeden von uns mit unbeschreiblicher Liebe zu.
Orange ist wenn Du die Liebe Gottes spürst und sie an Deine Mitmenschen weiter
gibst.
Violett – besteht aus einem dunklem Rot – der Mensch, der der Erde ganz nahe
ist und aus Blau für die Treue. Treu Deinen Weg gehen mit Gott zum Wohle aller
Menschen.
Violett ist wenn Dich jemand führt, damit Du nicht stolperst und Dein Ziel ohne
Schaden erreichst.
Lila – besteht aus einem hellen Rot, dem übersprudelnden Leben und aus Blau.
Der lila Bogen erinnert uns, dass wir dieses Vertrauen nicht aus eigener Kraft
schöpfen können, sondern dass es ein Geschenk Gottes ist.
Lila ist wenn Du durch Dein Vertrauen und durch Dein Beispiel anderen Menschen
zum Leben in Fülle verhilfst.
Grün – die Farbe der Hoffnung. Wenn Gott unsere Bitten erhört, dann kann in uns
etwas wachsen, dann kann in uns neues Leben entstehen, dann kommen wir wieder
in Bewegung und können auf Gott zugehen. Der grüne Bogen erinnert uns, dass wir
auf dem Weg von der Erde zum Himmel sind wo uns Gott mir ausgebreiteten Armen
erwartet.
Grün ist wenn in Dir neues Leben aufbricht, Du in Bewegung kommst und Du so den
Abstand zwischen Himmel und Erde immer mehr verringerst.“
„Wenn ich also die Farben begriffen habe, dann grünt meine Seele.“ bemerkte der
Blinde nachdenklich und ich erkannte, dass ich neben einem Weisen saß, der mehr
verstand als ich ihm sagen konnte.
Und er wiederholte alles um es ganz tief in sein Inneres eindringen zu lassen.
„Rot, ist wenn ich liebend umarmt werde.
Gelb, wenn ich von Gott beschenkt, oder von himmlischen Mächten behütet und
beschützt werde.
Blau, wenn mir jemand in all meinen Sorgen und Nöten treu zur Seite steht.
Orange, wenn ich Gottes Liebe erfahre und sie an meine Mitmenschen weitergebe.
Violett ,wenn mich jemand führt, damit ich nicht stolpere und heil zum Ziel
gelange.
Lila, wenn durch mein Vertrauen und mein Beispiel Menschen zum Leben in Fülle
finden.
Grün, wenn in mir neues Leben aufbricht und ich mich auf den Weg mache, zur
ewigen Heimat.
Und alle Farben sind der ewige Frieden.“ fügte er noch hinzu.
Wir begegneten uns erst wieder als der Blinde auf dem Sterbebett lag. Hätte er
sehen können, dann hätte er von seinem Bett aus, durch das Fenster, einen
wunderbaren Regenbogen wahrgenommen.
Etwas bedrückt fragte ich ihn: „Bist Du traurig, dass Du nie einen Regenbogen
gesehen hast?“
Er lächelte: „Ihr seht den Regenbogen immer nur für kurze Zeit;
aber seit Du mir vom Regenbogen erzählt hast, lebe ich tagtäglich mit ihm. Jetzt schreite ich unter ihm durch und gelange in das Land in dem wir uns einst
alle wiedersehen werden.“
Und der Regenbogen spiegelte sich in seinen Augen bis er sie für immer schloss.
Hinzugefügt am 9.4.2011
Mittagessen mit Gott
Ein kleiner Junge wollte Gott treffen.
Er packte einige Coladosen und Schokoriegel in seinen Rucksack und machte sich auf
den Weg.
In einem Park sah er eine alte Frau, die auf einer Bank saß und den Tauben zuschaute.
Der Junge setzte sich zu ihr und öffnete seinen Rucksack.
Als er eine Cola herausholen wollte, sah er den hungrigen Blick der Frau.
Er nahm einen Schokoriegel heraus und gab ihn der Frau.
Dankbar lächelte sie ihn an – ein wundervolles Lächeln!
Um dieses Lächeln noch einmal zu sehen, bot ihr der Junge auch eine Cola an.
Sie nahm sie und lächelte wieder, noch strahlender als zuvor. So saßen die beiden den ganzen Nachmittag im Park, aßen Schokoriegel und tranken Cola, ohne auch nur ein Wort zu sprechen.
Als es dunkel wurde, wollte der Junge
nach Hause gehen. Nach einigen Schritten hielt er inne, ging zurück und umarmte die Frau.
Die
schenkte ihm dafür ihr allerschönstes Lächeln.
Zu Hause fragte ihn seine Mutter:
„Was hast Du denn heute Schönes gemacht, dass Du so fröhlich aussiehst?“
Der Junge antwortete:
„Ich habe mit Gott Mittag gegessen – und sie hat ein wundervolles Lächeln!“
Auch die alte Frau war nach Hause gegangen,
wo ihr Sohn sie fragte, warum sie so fröhlich aussehe.
Sie antwortete: „
Ich habe mit Gott Mittag gegessen – und
er ist viel jünger, als ich dachte!“
Hinzugefügt am 3.4.2011
Ankunft im Licht
„Wie lang ist das Leben und was kommt danach?“ fragte der Schmetterling Gott.
„Was war
davor?“ Warum weiß ich nichts davon?“ –
Gott antwortete:
„Du kannst dein ganzes Leben noch einmal erleben. Fliege ganz hoch, so hoch wie
du kannst, und du wirst Augen haben, die alles sehen, Ohren, die alles hören
und eine Seele, die alles fühlt“. –
Und der Schmetterling flog und flog. Er strengte sich an, höher und höher. Er
gab seine ganze Kraft hin.
Als er nicht mehr konnte, gab er auf und ließ sich fallen. Aber er fiel nicht,
er wurde gehalten, unsichtbar getragen. Er schwebte.
Er spürte Licht um sich herum, hörte unbekannte Töne und sah plötzlich ein Bild
vor sich.
Er sah einen Schmetterling, der an einen Busch flog, seine Eier ablegte und
verschwand. Die Sonne kam, der Regen fiel und aus einem Ei schlüpfte eine
Raupe, ganz klein und fast unsichtbar. Der Schmetterling spürte plötzlich in
seiner Seele: Das bin ich. Ich bin dieser kleine Wurm. – Er staunte.
Die Raupe kletterte los, fraß von den Blättern, versteckte sich vor den Vögeln
und Insekten.
Sie lebte gut. Kein Tag war wie der andere.
Manchmal hatte sie Angst, gefressen zu werden, und versteckte sich. Mal sonnte
sie sich übermütig.
Sorgen kannte sie nicht und wuchs prächtig. Sie wurde dicker, träger und
langsamer.
„ Was soll aus
der wohl werden“, fragte sich der Schmetterling?“
Die Raupe suchte sich einen schönen versteckten Platz. Sie streckte sich an der
Unterseite eines kleinen Zweiges und spann sich ein. Langsam aber war nicht
mehr viel von ihr zu sehen.
„Stirbt die Raupe?“ sorgte sich der Schmetterling.
„Ja", hörte er Gott sagen, „sie
stirbt und erwacht zu neuem Leben. Sie wechselt ihre äußere Hülle. Das Alte
vergeht und das Neue wächst heran. Schau!“
Und er sah hinein in die Hülle, die Puppe. Die Raupe war nicht mehr da, er
erschrak.
Feine Gliedmaßen entstanden, alles verwandelte sich. Ein Bild löste das andere
ab. Der Schmetterling staunte.
Beinah hätte er übersehen, wie die Puppe sich unten öffnete. Ein kleines Loch
entstand. Eine neue Gestalt kletterte, nein schob sich langsam heraus und saß
im Licht. Die Sonne wärmte sie und sie atmete tief ein. Das neue Leben hatte
begonnen.
Die Gestalt breitet die zarten Flügel aus und erhob sich in die Luft.
"Das bin doch ich". dachte der Schmetterling. „Ich fliege dort. “Er
sah noch einmal sein Leben bis zu dem Flug, der ihn höher und höher trug.
„Ja, das bist du“ sagte Gott. „Du weißt nun, was vorher war und was nachher
kommt.
Sonst sieht jeder nur seinen Lebenszeitraum, seine Erfahrung. Er spürt nicht
das neue Leben und nicht die Ankunft im Licht.
Nur weil du dich fallen gelassen hast, weil du vertraut hast, konntest
du mehr sehen“.
Hinzugefügt am 27.3.2011
Zeit kann man nicht kaufen
Ein Geizhals
hatte durch Arbeit, Handel und Geldverleihen dreihunderttausend Dinare
zusammengebracht. Er besaß Ländereien und Häuser und viele andere Reichtümer.
So beschloss er eines Tages, ein Jahr lang nur seinem Vergnügen zu leben und
sich dann Gedanken über seine weitere Zukunft zu machen.
Sobald er aber aufgehört hatte, Geld zusammenzuraffen, erschien ihm der
Todesengel, um sein Leben mit sich zu nehmen. Mit all seinen Überredungskünsten
versuchte der Geizhals, den Engel von seinem Vorhaben abzubringen, doch dieser
schien unerschütterlich daran festzuhalten. Da sagte der Geizhals:
"Gewähre mir noch drei Tage, und ich will dir ein Drittel meines Besitzes
geben."
Der Engel jedoch lehnte ab und wollte mit dem Leben des Mannes auf und davon.
Das sagte der Mann: "Wenn du mir nur noch zwei Tage schenkst, will ich dir
zweihunderttausend Dinare aus meinem Besitz geben."
Doch auch darauf ließ sich der Engel nicht ein. Er war nicht einmal zu
erweichen, als der Mann ihm für einen einzigen Tag seine gesamten
dreihunderttausend Dinare anbot. Schließlich bat der Geizhals: "Dann gib
mir wenigstens noch Zeit genug, um ein paar Sätze aufzuschreiben."
Dies gestand der Engel ihm zu und der Mann schrieb mit seinem eigenen Blute:
"Mensch, mache weisen Gebrauch von deinem Leben. Ich vermochte nicht eine
einzige Stunde für dreihunderttausend Dinare zu kaufen.
Darum gib acht, den Wert der Zeit zu erkennen!"
Von Fariduddin, persischer Apotheker, Dichter, Lyriker, Mystiker und Heiliger
Hinzugefügt am 20.3.2011
Der Esel
Eines Tages fiel der Esel eines Bauern in den Brunnen.
Mitleid erregend schrie das Tier Stunde um Stunde, während der Bauer überlegte,
was zu tun sei. Zuletzt kam er zu dem Schluss, dass das Tier doch sehr alt sei
und dass der Brunnen sowieso aufgefüllt werden müsse, dass es somit nicht der
Anstrengung wert sei, den Esel zu retten.
Er lud alle seine Nachbarn ein, ihm zu helfen. Und so griffen sie alle zur
Schaufel und begannen Erde in den Brunnen zu füllen. Sofort erkannte der Esel,
was da gespielt wurde und schrie herzzerreißend. Nach einiger Zeit ließ sein
Geschrei zur Verwunderung aller plötzlich nach.
Einige Schaufelladungen später
schaute der Bauer schließlich in den Brunnen hinunter und was er sah, erstaunte
ihn sehr.
Mit jeder Schaufel Erde, die auf seinem Rücken landete, tat der Esel
etwas Erstaunliches:
Er schüttelte sie ab und stellte sich drauf. Und sowie der
Bauer und seine Nachbarn mehr Erde hinunter schaufelten, so schüttelte er auch
diese ab und stieg dabei Schritt für Schritt höher.
Nachdem nun einige Zeit
vergangen war, erschienen zu aller Erstaunen die Vorderbeine des Esels über dem
Brunnenrand - und schließlich sprang das ganze Tier heraus.
Das Leben wird so manches auf dir abladen.
Die Kunst besteht darin, alles als eine Treppe nach Oben zu benutzen. Jede
Schwierigkeit, die dir begegnet, kannst du in einen Trittstein verwandeln und
dich so aus dem tiefsten Loch befreien.
Ich danke allen
Ich danke allen, die meine Träume belächelt haben -
Sie haben meine Phantasie beflügelt.
Ich danke allen, die mich in ihr Schema pressen wollten -
Sie haben mich den Wert der Freiheit gelehrt.
Ich danke allen, die mich belogen haben -
Sie haben mir die Kraft der Wahrheit gezeigt.
Ich danke allen, die nicht an mich geglaubt haben -
Sie haben mir zugemutet Berge zu versetzen.
Ich danke allen, die mich abgeschrieben haben -
Sie haben meinen Trotz geschürt.
Ich danke allen, die mich verlassen haben -
Sie haben mir Raum gegeben für Neues.
Ich danke allen, die mich verraten und missbraucht haben -
Sie haben mich wachsam werden lassen.
Ich danke allen, die mich verletzt haben -
Sie haben mich gelehrt, im Schmerz zu wachsen.
Ich danke allen, die meinen Frieden gestört haben -
Sie haben mich stark gemacht, dafür einzutreten.
Ich danke allen, die mich verwirrt haben -
Sie haben mir meinen Standpunkt klar gemacht.
Vor allem danke ich aber allen die mich lieben, so wie
ich bin -
Sie geben mir die Kraft zum Leben.
Ich danke mir selbst,
weil ich immer an mich geglaubt habe.
( Paulo Coelho)
Hinzugefügt am 13.3.2011
Die Stadt der Blinden
Es gab mal
eine Stadt weit hinter Ghor, in der nur Blinde wohnten. Eines Tages kam der
König in diese Stadt und zu seinem Gefolge gehörte auch ein Elefant.
Als die Blinden davon hörten, waren sie natürlich begierig darauf, dieses Tier
kennenzulernen, denn noch nie zuvor hatte es in ihrer Stadt einen Elefanten
gegeben.
In Scharen strömten sie auf den Platz, wo der König sein Lager
aufgeschlagen hatte. Und da sie keine Vorstellung hatten, was denn nun ein
Elefant war, versuchten sie seine Gestalt zu ertasten, denn sie waren ja blind.
Sie umringten ihn also, und jeder betastete den Teil des Tieres, der in seiner
Reichweite lag.
Als sie dann zu ihren Mitbürgern zurückkehrten, wollten diese von ihnen wissen,
um was für ein wunderliches Geschöpf es sich dabei handelte und welcher Art von
Gestalt es denn nun sei.
Danach befragt, berichtete ein Mann, der nur das Ohr
des Elefanten befühlt hatte: "Es ist ein großes lappiges Etwas von rauer
Oberfläche, breit und hoch wie eine Decke!"
Doch der, der am Rüssel gestanden hatte, widersprach ihm: "Nein, nein, ich
weiß, was es ist, nämlich eine lange hohle Röhre, furchterregend und
gefährlich."
Nun lachte der Mann, der Fuß und Beine abgetastet hatte: "Nichts an ihm
ist lang und hohl! Er ist mächtig und fest wie eine Säule!"
So hatte ein jeder nur einen Teil des Ganzen erfasst und daraus seinen Rückschluss
auf die wahre Gestalt und Größe dieses Elefanten geschlossen.
Alles war richtig
und zugleich doch völlig falsch.
Hinzugefügt am 6.3.2011
Die Probleme der
anderen
Es stand einmal in einem Dorf ein uralter, starker Baum.
Eines Tages wurden alle Dorfbewohner eingeladen, Ihre
Sorgen, Probleme und Nöte gut verpackt an diesen Baum zu hängen.
Die Bedingung war allerdings, dafür ein anderes Paket mitzunehmen.
Zuhause wurden die fremden Pakete geöffnet.
Doch es machte sich Bestürzung breit, denn die Sorgen und Probleme der anderen
schienen deutlich größer als die eigenen!
Und so liefen alle wieder zu dem alten Baum und nahmen statt
der fremden schnell die eigenen Pakete an sich und gingen zufrieden nach Hause.
Hinzugefügt am 1.3.2011
Bänder der Liebe
Der Mann saß
im Zugabteil am Fenster und wagte es nicht, seinen Blick auf die vorbeiziehende
Landschaft zu richten. Er war allein im Abteil. Vor Jahren hatte er sich von
seiner Familie trennen müssen – denn er war mit dem Gesetz in Konflikt geraten,
wie es so schön hieß. Seine Eltern und Geschwister musste er schonen, noch
bevor alles bekannt wurde, hatte er sie verlassen, seitdem weigerte er sich
beharrlich, Kontakt mit ihnen aufzunehmen.
Die Schuld nagte an ihm, man sah es ihm an: Er konnte sie nicht einfach
loswerden. Nun, er hatte seine Strafe zwar abgebüßt. Aber, wenn er einmal
versagte hatte: Wer konnte ihm garantieren, dass er nicht ein zweites Mal
schwach werden würde? Konnte er von sich behaupten, dass er jetzt ein anderer
Mensch sei? Hatte er wirklich einen guten Kern? War er ein guter Mensch? Oder
hatte die nagende Stimme in ihm recht: "Du bist und bleibst ein Versager,
eine Last und Schmach für deine Familie und die Gesellschaft?"
Der Mann, der in dem Zug der Entscheidung entgegenfuhr, seufzte laut. Er dachte
an seine Familie, die jetzt wohl zu Hause seinen Brief bekommen hatte. Er
stellte sich die Gesichter einzeln vor, jedes für sich. Sein Vater. Seine
Mutter. Sein kleiner Bruder (wie groß mochte er jetzt sein?). Seine Schwester
(ist sie wohl inzwischen verheiratet?). Sein Onkel, der mit zur Familie
gehörte, genauso wie sein Vetter. Er sehnte sich nach seiner Familie. Die
Jahre, in denen er jeden Kontakt zu ihnen vermieden hatte, waren schmerzhafte
Jahre gewesen. Er wollte ihnen jede Peinlichkeit ersparen, aber es war ihm
nicht leichtgefallen. Jetzt, wo er auf den Weg zu ihnen war, wusste er, wie
sehr er sie die ganze Zeit geliebt hatte. Zum ersten Mal kamen die Worte über
seine Lippen: "Bei Gott, ich hoffe, sie weisen mich nicht ab."
Da saßen sie nun alle beisammen und schwiegen sich an. Gefühle huschten über
ihre Gesichter, keiner sprach sie aus, und doch dachten alle die gleichen
Gedanken: Warum hat er uns das damals angetan? Das mit dem Verbrechen – und
dann das jahrelange Schweigen? Warum wollte er nichts von uns wissen? Und
jetzt, wo er zurückkommen will – hat er sich geändert? Was ist wohl aus ihm
geworden? Liebt er uns noch, so wie früher? Oder möchte er nur Geld von uns?
Kann ein Mensch sich wirklich ändern? Das Schweigen lag über dieser Familie wie
ein schweres, nasses Tuch: Der verlorene Sohn will zurückkehren – und sie
sollen darüber entscheiden, ob sie ihm eine neue Chance geben werden.
Endlich ergriff der Vater das Wort und durchbrach die Stille.
Der Zug näherte sich der Stelle, an der sich alles entscheiden würde. Der Mann
wurde immer unruhiger, jetzt blickte er zum Fenster hinaus, wie gebannt. Er
wartete darauf, dass das Unvermeidliche geschehen würde: Die Ablehnung. Er
hatte seiner Familie geschrieben, dass er sie nicht belästigen wolle, wenn sie
nichts mehr mit ihm zu tun haben wollten. Er würde mit dem Zug an ihrem Hof
vorbeifahren, und auch an dem Baum, in den er schon als Kind seinen Namen
geschnitzt hatte. Wenn sie wirklich nichts mehr von ihm wissen wollten, dann
bräuchten sie nichts zu unternehmen. Er würde an diesem Baum vorbeifahren, nur
einen Blick darauf werfen und weiterfahren, immer weiter. Er würde nicht mehr
zurückkehren. Wenn Sie aber nur eine kleine Chance sehen würden, dass er sich
bei ihnen einfinden könne – und sei es nur für ein paar Tage – dann sollten sie
ein buntes Band in den Baum hängen. Er würde es sehen, der Zug fuhr ja
geradewegs an diesem Baum vorbei. Und wenn dort wirklich ein Band im Baum
hängt, dann würde er am nächsten Bahnhof aussteigen. Dann würde er zu ihnen
zurückkehren.
Wenn dort ein Band im Baum hängt, nur dann.
Noch konnte er den Baum nicht sehen. Wenige Sekunden noch. Seine Hände
verkrampften sich. Der Zug hatte sich ein wenig in die Kurve gelegt und sein
Tempo verringert. Der alte Eichenbaum kam in das Blickfeld des Mannes, der sich
vor diesem Augenblick so gefürchtet hatte. Seine Hände verkrampften sich noch
mehr, als er den Baum sah. Tränen standen in seinen Augen. Er senkte den Blick,
weil er nicht glauben konnte, was er sah.
Er hatte darum gebeten, ein einzelnes buntes Band in den Baum zu hängen, wenn
seine Familie ihm noch eine Chance geben würde. Aber da hing kein einzelnes
Band. Nein, der ganze Baum war über und über mit Bändern behangen, sie
flatterten im Wind wie bunte Vögel; hundert, vielleicht sogar zweihundert
Bänder, unübersehbar.
Die Botschaft war eindeutig: Nicht nur eine Chance sollst Du haben. Nein, hundert Chancen: Weil wir an das Gute in dir glauben. Weil wir an dich glauben.
Hinzugefügt am 19.2.2011
Wie viel wiegt das Leben?
Ein Schüler kam zu einem weisen alten Mann.
„Herr“ sprach er mit schleppender Stimme „das Leben liegt wie eine Last auf
meinen Schultern. Es drückt mich zu Boden und ich habe das Gefühl, unter dem
Gewicht zusammenzubrechen.
„Mein Sohn“ sagte der Alte mit einem liebevollen Lächeln „das
Leben ist leicht wie einer Feder“.
„Herr bei aller Demut, hier musst du
irren. Denn ich spüre mein Leben wie eine Last von tausend Pfunden auf mir.
Sag, was kann ich tun?“
„Wir sind es selbst, die uns Last auf unsere Schulter laden“, sagt der Alte,
immer noch milde lächelnd.
„ ABER“ wollte der Junge einwenden.
Der alte Mann hob die Hand: „Dieses „ABER“
mein Sohn, wiegt allein tausend Pfund“.
und noch eine Geschichte
Es war keine Liebe drin
Es war kurz vor
Weihnachten auf einem Rundgang durch ein Altenheim.
Zu dem Zimmer eines alten Herrn, der alleine für sich wohnte, war vor einer
Viertelstunde noch die Paketpost heraufgekommen.
Darum wunderte ich mich nicht,
dass auf mein Klopfen zunächst keine Antwort kam.
"Aha, das
Weihnachtspaket!" dachte ich. Tatsächlich, als es endlich hieß:
"Herein!" stand der alte Herr vor dem Tisch und stocherte in dem eben
geöffneten Paket. Man sah auf den ersten Blick, dass es ein reiches Paket war.
Später hörte ich, dass die Absenderin, die Tochter des alten Herrn, eine reiche
Geschäftsfrau war.
Damals litten alle Leute Not und Mangel. Es war die Hungerzeit nach den Zweiten
Weltkrieg. Doch in diesem Paket sah man Zigarren, Tabak, Cognac, Rotwein,
gefütterte Schuhe, warme Sachen - alles was man sich ersehnen konnte.
Der alte Herr aber machte zu all dem nur ein mürrisches Gesicht.
Kein Fünkchen Freude war zu sehen. "Aber, Herr Becker", sagte ich
jetzt, "wie kann man vor solch einem Weihnachtspaket solch ein trauriges
Gesicht machen? Da ist doch alles Gute drin!" Da sah mich der alte Herr an
und sagte: "Da ist keine Liebe drin!"
Dann begann er von der reichen Tochter zu erzählen. Sie hatte das Paket von den
Angestellten packen lassen. Sie hatte eine vorgedruckte Weihnachtskarte geholt
und darunter geschrieben: "Deine Tochter Luise und Schwiegersohn".
Sonst nichts, kein persönlicher Weihnachtswunsch, kein Besuch, keine Einladung:
"Feiere das Fest mit uns!"
Die bestens ausgesuchten Geschenke waren Stück für Stück noch mit den
Preisschildern versehen, damit der alte Vater merken sollte, was man für ihn
ausgegeben hatte. Er hatte recht: "Es ist keine Liebe darin!" Die
schönsten und reichsten Geschenke sind nichts wert und können keine Freude
machen, wenn keine Liebe darin ist.
(Wilhelm Busch)
Hinzugefügt am 13.2.2011
Das alte Brot
Ein alter Professor ist verstorben und seine drei Söhne
machten sich daran, seinen Haushalt aufzulösen. Dabei fanden sie in seinem
Arbeitszimmer neben zahlreichen wertvollen Sachen einen harten, vertrockneten
Laib Brot. Die Haushälterin, die den Professor bis zu seinem Tod betreut hatte,
wusste, was es mit diesem Brot auf sich hatte und erzählte es den drei Männern:
In den ersten Jahren nach dem Krieg war der Professor todkrank. Deshalb
schickte ihm ein guter Freund einen Laib Brot, damit der Professor etwas zu
essen hatte.
Der aber dachte an die verarmte Nachbarsfamilie mit ihren Kindern und ließ
ihnen das Brot bringen. Die Nachbarsfamilie war sehr berührt ob der Güte des
Professors. Aber sie mochte das wertvolle Brot nicht für sich behalten und gab
es an eine arme alte Witwe weiter, die im Haus in einer kleinen Dachkammer
wohnte.
Die alte Frau brachte das Brot ihrer Tochter, die mit einem Kleinkind ein paar
Häuser weiter wohnte und nichts zu essen hatte. Die Mutter dachte an den
todkranken Professor, der ihren kleinen Sohn bereits einmal geholfen und dafür
kein Geld genommen hatte. Und so schickte sie den Laib an den Professor.
Der Professor hat das Brot sofort wieder erkannt. Als er nun den Laib in der
Hand hielt, sagte er:
„Solange noch Menschen unter uns leben, die so handeln, braucht uns um unsere
Zukunft nicht bange zu sein.“ So legte er es in den Schrank. Er wollte es immer
wieder ansehen, wenn er mal nicht weiter wusste und die Hoffnung verlor.
Der bessere Weg....
Ein kleiner
Junge, der auf Besuch bei seinem Großvater war, fand eine kleine
Landschildkröte und ging gleich daran sie zu untersuchen.
Im gleichen Moment zog sich die Schildkröte in ihrem Panzer zurück und der
Junge versuchte vergebens sie mit einem Stöckchen herauszuholen.
Der Großvater
hatte ihm zugesehen und hinderte ihn das Tier weiter zu quälen.
"Das ist falsch", sagte er, "komm ich zeig' dir wie man das
macht."
Er nahm die Schildkröte mit ins Haus und setzte sie auf den warmen Kachelofen.
In wenigen Minuten wurde das Tier warm, steckte seinen Kopf und seine Füße
heraus und kroch auf den Jungen zu.
"Menschen sind manchmal wie Schildkröten", sagte der Mann.
"Versuche niemals jemanden zu zwingen. Wärme ihn nur mit etwas Güte auf und er wird seinen Panzer verlassen
können."
Hinzugefügt am 5.2.2011
Auf der Suche nach dem Glück
Ein junger Mann, der sich immer fleißig und redlich bemüht hatte, es im Leben zu etwas zu bringen, kam zu der Erkenntnis, er habe einfach zu wenig Glück - und so beschloss er, den lieben Gott aufzusuchen und ihn zu bitten, diesen Zustand zu ändern. Auf seine Erkundigungen hin erfuhr er, dass der liebe Gott in einem großen, tiefen Wald wohnt.
Also machte er sich auf den Weg dorthin. Als er an den Rand des Waldes kam, rief ihn ein Wolf an. "Wohin des Wegs, junger Mann ?" "Ich gehe zu Gott, damit er einen Glückspilz aus mir macht", antwortete der junge Mann. Daraufhin bat ihn der Wolf: "Wenn du ihn triffst, frag ihn doch, warum ich immer so schrecklichen Hunger habe." Der junge Mann versprach dies und ging weiter.
Ein Stück weiter des Wegs traf er ein junges Mädchen. Es saß zu Tode betrübt an einem Fluss. Als der junge Mann an ihr vorüberging, fragte sie ihn: "Wohin gehst du, junger Mann?" "Ich gehe zu Gott, damit er einen Glückspilz aus mir macht", antwortete dieser. "Ach, wenn du ihn siehst, frag ihn doch bitte, warum ich immer so traurig bin", bat ihn das Mädchen. "Ich werde ihn fragen", versprach der junge Mann und ging weiter.
Nachdem er weiter flussaufwärts gegangen war, hörte er einen Baum, der am Wasser stand, rufen: "Junger Mann, wohin gehst du?" "Zu Gott. Er soll einen Glückspilz aus mir machen", antwortete der junge Mann. "Ach bitte, wenn du ihn siehst, frag ihn doch, warum ich immer so durstig bin, obwohl ich hier am Wasser stehe", bat ihn der Baum. "Mach ich", sagte der junge Mann und zog weiter.
Und wirklich,
in der Mitte des Waldes traf er den lieben Gott.
"Lieber Gott", sagte er, "ich bin gekommen, damit du einen
Glückspilz aus mir machst. Bisher hab ich das ganze Leben immer nur Pech
gehabt. Findest du nicht auch, dass dies ungerecht ist, und ich zur Abwechslung
mal etwas Glück haben sollte?"
Der liebe Gott sagte nur: "Okay".
Der junge Mann konnte seine Freude kaum im Zaum halten und wollte sich schon aufmachen, um von nun an ein glückliches Leben zu führen, da fielen ihm aber noch die Fragen der drei ein, die er auf dem Weg zu Gott getroffen hatte. Er trug sie dem lieben Gott vor, und der beantwortete sie.
Nun aber
hielt ihn nichts mehr. Er eilte zurück, um nichts von seinem Leben zu
versäumen. In seiner Aufregung lief er glatt an dem Baum vorbei, aber der rief
ihn zurück: "Was ist mit meiner Frage, junger Mann ?"
"Ach ja", rief dieser über die Schulter nach hinten, "Gott
meinte, du kriegst nicht genügend Wasser, weil zwischen deinen Wurzeln und dem
Wasser ein großer Schatz vergraben liegt. Aber sei mir nicht böse, denn ich bin
jetzt ein Glückspilz und hab's eilig."
So rannte er weiter, bis er zu dem Mädchen kam - das rief ihn an: "Junger Mann, hast du Gott meine Frage gestellt?" Er blieb gar nicht erst stehen, sondern rief ihr im Laufen zu: "Ja, das hab' ich. Gott sagte, der Grund für dein Unglück ist, dass du einsam bist. Er meinte auch, dass ein gutaussehender junger Mann hier vorbeikommen würde. Ihr könntet euch ineinander verlieben und glücklich sein, euer ganzes Leben lang. Aber ich muss jetzt weiter, denn ich habe ab sofort Glück."
Als er schon
ein wenig außer Atem an den Waldrand kam, rief ihn der Wolf an: "Junger
Mann, hast du Gott meine Frage gestellt?"
"Oh ja, das habe ich", rief dieser. "Gott sagte, du bist so
hungrig, weil du nicht genug zu fressen hast. Wenn aber der Narr weit genug
gekommen ist, um dir das auszurichten, kannst du ihn zum Mittagessen
haben."
Auch aus Steinen, die Dir in den Weg gelegt werden, kannst Du etwas Schönes
bauen.
Hinzugefügt am 30.1.2011
Frag nicht nach dem „warum“und "wieso"
Zwei reisende Engel machten Halt, um die Nacht im Hause einer wohlhabenden
Familie zu verbringen. Die Familie war unhöflich und verweigerte den Engeln, im
Gästezimmer des Haupthauses auszuruhen.
Anstelle dessen bekamen sie einen kleinen Platz im kalten Keller. Als sie sich
auf dem harten Boden ausstreckten, sah der ältere Engel ein Loch in der Wand
und reparierte es. Als der jüngere Engel fragte, warum, antwortete der ältere
Engel.
"Die Dinge sind nicht immer das,
was sie zu sein scheinen."
In der nächsten Nacht rasteten die beiden im Haus eines sehr armen, aber
gastfreundlichen Bauern und seiner Frau. Nachdem sie das wenige Essen, das sie
hatten, mit ihnen geteilt hatten, ließen sie die Engel in ihrem Bett schlafen,
wo sie gut schliefen.
Als die Sonne am nächsten Tag den Himmel erklomm, fanden die Engel den Bauern
und seine Frau in Tränen. Ihre einzige Kuh, deren Milch ihr alleiniges
Einkommen gewesen war, lag tot auf dem Feld.
Der jüngere Engel wurde wütend und fragte den älteren Engel, wieso er das habe
geschehen lassen können? "Der erste Mann hatte alles, trotzdem halfst du
ihm", meinte er anklagend. "Die zweite Familie hatte wenig, und du
ließest die Kuh sterben."
"Die Dinge sind nicht immer das,
was sie zu sein scheinen",
sagte der ältere Engel. "Als wir im
kalten Keller des Haupthauses ruhten, bemerkte ich, dass Gold in diesem Loch in
der Wand steckte. Weil der Eigentümer so von Gier besessen war und sein
glückliches Schicksal nicht teilen wollte, versiegelte ich die Wand, so dass er
es nicht finden konnte.
Als wir dann in der letzten Nacht im Bett des Bauern schliefen, kam der Engel
des Todes, um seine Frau zu holen. Ich gab ihm die Kuh anstatt dessen.
"Die Dinge sind nicht immer das,
was sie zu sein scheinen."
Manchmal ist es genau das, was
passiert, wenn die Dinge sich nicht als das entpuppen, was sie sollten.
Wenn du
Vertrauen hast, musst du Dich bloß darauf verlassen, dass jedes Ergebnis zu
deinem Vorteil ist.
Du magst es nicht bemerken, bevor ein bisschen Zeit
vergangen ist...
Lebensweisheit
Unser Denken, Fühlen und Handeln wird nicht von genetischen Programmen
gesteuert.
Wie wir denken, fühlen und handeln, haben wir gelernt, von anderen.
Wir müssen nicht das Opfer unserer Vergangenheit oder vergangener Erfahrungen
sein.
Was wir gelernt haben, können wir auch wieder verlernen.
Wir können neu entscheiden, wer wir sind und wie wir denken, sprechen und
handeln wollen.
Voraussetzung: Wir übernehmen unsere Verantwortung als Schöpfer für unser
bisheriges Denken, Fühlen und Handeln und damit für unsere Vergangenheit.
Betrachte Dich nicht weiter als Opfer der Umstände und der Menschen oder seiner
Vergangenheit: „Ich bin nun mal so, ich kann nicht anders.“
Wir können anders. Du kannst anders! Also entscheide: „Wer willst du sein? Was
willst du denken über dich und die anderen und das Leben? Und dann handle
entsprechend!“
MUT
Was keiner wagt, das sollt ihr wagen
Was keiner sagt, das sagt heraus
Was keiner denkt, das wagt zu denken
Was keiner anfängt, das führt aus
Wenn keiner ja sagt, sollt ihr’s wagen
Wenn keiner nein sagt, sagt doch nein
Wenn alle zweifeln, wagt zu glauben
Wenn alle mittun, steht allein
Wo alle loben, habt Bedenken
Wo alle spotten, spottet nicht
Wo alle geizen, wagt zu schenken
Wo alles dunkel ist, macht Licht
Franz von Assisi
Als ich mich selbst zu lieben begann
habe ich verstanden, dass ich immer
und bei jeder Gelegenheit,
zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin
und dass alles, was geschieht, richtig ist –
von da an konnte ich ruhig sein.
Heute weiß ich: Das nennt man „VERTRAUEN“.
Als ich mich selbst zu lieben begann,
konnte ich erkennen, dass emotionaler Schmerz und Leid
nur Warnungen für mich sind, gegen meine eigene Wahrheit zu leben.
Heute weiß ich: Das nennt man „AUTHENTISCH SEIN“.
Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich nach einem anderen Leben zu sehnen
und konnte sehen, dass alles um mich herum eine Aufforderung zum Wachsen war.
Heute weiß ich, das nennt man „REIFE“.
Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich meiner freien Zeit zu berauben,
und ich habe aufgehört, weiter grandiose Projekte für die Zukunft zu entwerfen.
Heute mache ich nur das, was mir Spaß und Freude macht,
was ich liebe und was mein Herz zum Lachen bringt,
auf meine eigene Art und Weise und in meinem Tempo.
Heute weiß ich, das nennt man „EHRLICHKEIT“.
Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich von allem befreit, was nicht gesund für mich war,
von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen
und von Allem, das mich immer wieder hinunterzog, weg von mir selbst.
Anfangs nannte ich das „Gesunden Egoismus“,
aber heute weiß ich, das ist „SELBSTLIEBE“.
Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, immer recht haben zu wollen,
so habe ich mich weniger geirrt.
Heute habe ich erkannt: das nennt man „DEMUT“.
Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich geweigert, weiter in der Vergangenheit zu leben
und mich um meine Zukunft zu sorgen.
Jetzt lebe ich nur noch in diesem Augenblick, wo ALLES stattfindet,
so lebe ich heute jeden Tag und nenne es „BEWUSSTHEIT“.
Als ich mich zu lieben begann,
da erkannte ich, dass mich mein Denken
armselig und krank machen kann.
Als ich jedoch meine Herzenskräfte anforderte,
bekam der Verstand einen wichtigen Partner.
Diese Verbindung nenne ich heute „HERZENSWEISHEIT“.
Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen,
Konflikten und Problemen mit uns selbst und anderen fürchten,
denn sogar Sterne knallen manchmal aufeinander
und es entstehen neue Welten.
Heute weiß ich: DAS IST DAS LEBEN !
Quelle: "When I loved myself enough" von Kim McMillen